Durchfahrtsverbot
Kurz erklärt Ein Durchfahrtsverbot untersagt Fahrzeugen, eine Straße oder einen Bereich zu befahren. Das bekannteste Schild ist Zeichen 250 „Verbot für Fahrzeuge aller Art“ nach § 41 Abs. 1 StVO in Verbindung mit Anlage 2. Wer es mit dem Pkw missachtet, zahlt laut Bußgeldkatalog in der Regel 50 Euro; Punkte in Flensburg gibt es dafür nicht.

Inhalt 4 Abschnitte
Was bedeutet das Schild „Durchfahrt verboten“?
Das Durchfahrtsverbot (Zeichen 250) ist der weiße Kreis mit rotem Rand. Es gehört zu den Vorschriftzeichen, die nach § 41 Abs. 1 StVO jeder befolgen muss, der am Verkehr teilnimmt. Was es genau verbietet, steht in Anlage 2 zur StVO, lfd. Nr. 28: das Befahren mit Fahrzeugen aller Art. Ausgenommen sind Handfahrzeuge sowie Reiter und Viehtreiber. Krafträder und Fahrräder darfst Du trotz Durchfahrtsverbot schieben.
Engere Verbote regeln etwa Zeichen 251 (Kraftwagen) und Zeichen 253 (Kraftfahrzeuge über 3,5 t, ohne Pkw und Busse). Welches Schild steht, entscheidet über Vorwurf und Betrag im Bußgeldkatalog.
Zeichen 267 „Verbot der Einfahrt“ ist etwas anderes: Es sperrt nur die Einfahrt von einer Seite, etwa am Ende einer Einbahnstraße.
Was kostet ein Verstoß gegen das Durchfahrtsverbot (Zeichen 250)?
Die Regelsätze stehen in Lfd. Nr. 141 der Anlage zur BKatV (Stand: Oktober 2026):
| Wer fährt durch? | Regelsatz |
|---|---|
| Pkw und andere Kraftfahrzeuge (Nr. 141.3) | 50 Euro |
| Kraftfahrzeuge der in § 3 Abs. 3 Nr. 2 Buchst. a oder b StVO genannten Art, etwa Pkw mit Anhänger (Nr. 141.2) | 55 Euro |
| Kraftfahrzeuge über 3,5 t, ausgenommen Pkw und Busse (Nr. 141.1) | 100 Euro |
| Radfahrer (Nr. 141.4) | 25 Euro, mit Behinderung 30 Euro |
Parken trotz Verbot kostet nach Nr. 144 55 Euro.
Beträge bis 55 Euro kann die Behörde als Verwarnungsgeld nach § 56 Abs. 1 OWiG erheben, ohne Gebühren. Erst ein Bußgeldbescheid kostet nach § 107 OWiG mindestens 25 Euro Gebühr plus Zustellauslagen. Für das Durchfahrtsverbot gibt es keine Punkte, denn Nr. 141 fehlt in Anlage 13 zur Fahrerlaubnis-Verordnung.
Wer darf trotz Durchfahrtsverbot hineinfahren?
Ausnahmen entstehen nur durch ein Zusatzzeichen unter dem Schild, nach § 41 Abs. 2 StVO etwa für Uhrzeiten, Lieferverkehr oder Anlieger. Steht eine Masse wie „7,5 t“ darunter, gilt das Verbot nach Anlage 2 lfd. Nr. 27 nur für Fahrzeuge, deren zulässige Gesamtmasse diese Grenze überschreitet. Das Zusatzzeichen nach lfd. Nr. 27.1 nimmt elektrisch betriebene Fahrzeuge vom Verbot aus.
Beim Durchfahrtsverbot mit dem Zusatz „Anlieger frei“ wird es oft streitig. Die StVO definiert den Begriff nicht. Ob Deine Fahrt erlaubt war, hängt deshalb vom Zweck im Einzelfall ab, etwa ob Du ein Grundstück an der gesperrten Straße erreichen wolltest. Eine bloße Abkürzung genügt dafür nicht, weil sie kein Ziel in der Straße hat.
War das Schild verdeckt oder unklar, siehe fehlerhafte Beschilderung.
Wie läuft das Verfahren nach einem Verstoß ab?
Hält Dich die Polizei wegen eines Durchfahrtsverbots an, kann sie Dir eine Verwarnung anbieten. Du musst nicht einwilligen. Nach § 56 Abs. 2 OWiG wird sie nur wirksam, wenn Du einverstanden bist und das Verwarnungsgeld zahlst, in der Regel binnen einer Woche. Lehnst Du ab, folgt das reguläre Verfahren mit Anhörungsbogen und gegebenenfalls Bußgeldbescheid.
Die Halterhaftung nach § 25a StVG greift nur bei Halt- und Parkverstößen, nicht bei der Durchfahrt selbst.
Der Verstoß verjährt nach § 26 Abs. 3 StVG in der Regel nach sechs Monaten; Maßnahmen nach § 33 OWiG unterbrechen diese Verfolgungsverjährung. Gegen einen Bußgeldbescheid hast Du nach § 67 OWiG zwei Wochen ab Zustellung Zeit für den Einspruch.
Das Wichtigste in Kürze
- Zeichen 250 verbietet nach Anlage 2 StVO lfd. Nr. 28 Fahrzeuge aller Art; Fahrräder und Krafträder dürfen geschoben werden.
- Mit dem Pkw kostet die Durchfahrt nach BKatV Lfd. Nr. 141.3 50 Euro, mit Kraftfahrzeugen über 3,5 t 100 Euro (Stand Oktober 2026).
- Für den Verstoß gibt es keine Punkte, weil Nr. 141 nicht in Anlage 13 FeV aufgeführt ist.
- Ausnahmen gelten nur mit Zusatzzeichen, etwa „Anlieger frei“ oder für elektrisch betriebene Fahrzeuge (Anlage 2 lfd. Nr. 27.1).
- Der Verstoß verjährt nach § 26 Abs. 3 StVG in der Regel nach sechs Monaten.
Häufige Fragen (11)
Was kostet ein Verstoß gegen das Durchfahrtsverbot mit dem Auto?
Das Durchfahrtsverbot kostet mit dem Pkw 50 Euro. Das ist der Regelsatz nach Lfd. Nr. 141.3 der Anlage zur Bußgeldkatalog-Verordnung, Stand Oktober 2026. Da der Betrag unter 55 Euro liegt, kann die Behörde ihn als Verwarnungsgeld ohne Gebühren erheben. Kommt es doch zu einem Bußgeldbescheid, etwa weil Du die Verwarnung ablehnst, fallen nach § 107 OWiG mindestens 25 Euro Gebühr und Zustellkosten zusätzlich an.
Gibt es für das Durchfahrtsverbot Punkte in Flensburg?
Punkte gibt es für das Durchfahrtsverbot nicht. Welche Ordnungswidrigkeiten Punkte bringen, legt Anlage 13 zur Fahrerlaubnis-Verordnung fest, und die Lfd. Nr. 141 des Bußgeldkatalogs ist dort nicht aufgeführt. Das gilt auch für Lkw über 3,5 t, obwohl der Regelsatz dort 100 Euro beträgt. Ein Eintrag im Fahreignungsregister droht nur, wenn Du zugleich einen anderen, punkterelevanten Verstoß begehst, etwa eine Gefährdung durch zu schnelles Fahren.
Gilt das Durchfahrtsverbot auch für Fahrräder?
Zeichen 250 verbietet Fahrzeuge aller Art, und Fahrräder sind Fahrzeuge. Nach Anlage 2 StVO lfd. Nr. 28 darfst Du das Rad aber schieben. Fährst Du trotzdem, sieht der Bußgeldkatalog in Nr. 141.4 für Radfahrer 25 Euro vor, mit Behinderung anderer 30 Euro. Ist das Radfahren ausdrücklich erlaubt, steht das auf einem Zusatzzeichen unter dem Schild.
Wer darf bei „Anlieger frei“ durchfahren?
Erlaubt sind Fahrten, die ein Ziel in der gesperrten Straße haben. Die StVO definiert den Begriff „Anlieger“ nicht, deshalb kommt es auf den Zweck Deiner Fahrt an. Wer dort wohnt, jemanden besucht oder etwas liefert, hat in der Regel ein Anliegen. Wer die Straße nur als Abkürzung nutzt, hat keins. Im Streitfall hilft es, das konkrete Ziel benennen zu können.
Darf man trotz Durchfahrtsverbot parken?
Nein, trotz Durchfahrtsverbot darfst Du nicht parken, wenn Du nicht zu einer zugelassenen Ausnahme gehörst. Parken trotz eines Verkehrsverbots nach Zeichen 250 kostet nach Lfd. Nr. 144 der Bußgeldkatalog-Verordnung 55 Euro. Mit Behinderung anderer oder bei mehr als drei Stunden Parkdauer sind es 70 Euro. Anders als bei der Durchfahrt kann hier die Halterhaftung nach § 25a StVG greifen, wenn der Fahrer nicht ermittelt wird.
Was bedeutet Durchfahrt verboten für Lkw über 3,5 t?
Für Lkw gibt es neben Zeichen 250 das speziellere Zeichen 253 „Verbot für Kraftfahrzeuge über 3,5 t“. Pkw und Kraftomnibusse sind davon nach Anlage 2 StVO ausgenommen. Fährt ein Kraftfahrzeug über 3,5 t trotz Verbot, beträgt der Regelsatz nach Nr. 141.1 der Bußgeldkatalog-Verordnung 100 Euro. Ist zusätzlich eine Gewichtsgrenze wie 7,5 t angegeben, gilt das Verbot nur oberhalb dieser Grenze.
Was ist der Unterschied zwischen Zeichen 250 und Zeichen 267?
Zeichen 250 sperrt eine Straße für Fahrzeuge aller Art, egal aus welcher Richtung. Zeichen 267 „Verbot der Einfahrt“ verbietet nach Anlage 2 StVO lfd. Nr. 41 nur das Einfahren in die Fahrbahn, für die es angeordnet ist, meist am Ende einer Einbahnstraße. Von der anderen Seite darf man dann einfahren. Der Bußgeldkatalog sieht für das Missachten von Zeichen 267 nach Nr. 142a 50 Euro vor.
Gilt das Durchfahrtsverbot auch für Elektroautos?
Ja, das Durchfahrtsverbot gilt, solange kein passendes Zusatzzeichen angebracht ist. Zeichen 250 gilt für Fahrzeuge aller Art, also auch für E-Autos. Anlage 2 StVO kennt in lfd. Nr. 27.1 aber ein Zusatzzeichen, das elektrisch betriebene Fahrzeuge von den Verkehrsverboten nach Zeichen 250, 251, 253, 255 und 260 ausnimmt. Nur wenn dieses Zusatzzeichen unter dem Schild hängt, darfst Du mit dem Elektroauto durchfahren.
Muss ich das Verwarnungsgeld sofort bezahlen?
Eine Verwarnung mit Verwarnungsgeld wird nach § 56 Abs. 2 OWiG nur wirksam, wenn Du nach Belehrung über Dein Weigerungsrecht einverstanden bist und zahlst, sofort oder innerhalb der gesetzten Frist, die in der Regel eine Woche betragen soll. Lehnst Du ab, leitet die Behörde ein Bußgeldverfahren ein. Dort kannst Du Dich zum Vorwurf äußern, riskierst aber Gebühren, wenn ein Bußgeldbescheid ergeht.
Wann verjährt ein Verstoß gegen Zeichen 250?
In der Regel nach sechs Monaten. Das bestimmt § 26 Abs. 3 Satz 1 StVG für Ordnungswidrigkeiten nach § 24 Abs. 1 StVG. Die Frist beginnt mit der Tat. Bestimmte Handlungen der Behörde, etwa die Anordnung der Anhörung, unterbrechen sie nach § 33 OWiG, danach läuft sie neu. Ob ein Verstoß tatsächlich verjährt ist, lässt sich nur anhand der Akte und der Daten im Einzelfall beurteilen.
Wer kontrolliert „Durchfahrt verboten“?
Kontrollen führt vor allem die Polizei durch, teils auch die kommunale Verkehrsüberwachung bei Parkverstößen. Welche Behörde das Bußgeldverfahren führt, legt nach § 26 Abs. 1 StVG die jeweilige Landesregierung per Rechtsverordnung fest. Für Dich zählt vor allem, wer den Anhörungsbogen oder Bescheid verschickt hat. An diese Stelle richtest Du Stellungnahme und Einspruch.
Quellen
Weitere Begriffe in Bußgeldverfahren
Kostenlose Fallprüfung
Schildere uns Deinen Fall. Wir prüfen kostenlos und unverbindlich, welche Möglichkeiten Du hast.