Einbahnstraße falsch befahren

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Kurz erklärt Einbahnstraße falsch befahren bedeutet, entgegen der Pfeilrichtung zu fahren und damit gegen Zeichen 220 der Anlage 2 zur StVO und § 41 Abs. 1 StVO zu verstoßen. Laut Bußgeldkatalog kostet das als Kfz-Führer 25 Euro, als Radfahrer 20 Euro (lfd. Nr. 139, Stand Oktober 2026). Punkte gibt es nicht, weil die Eintragungsgrenze von 60 Euro nicht erreicht wird.

Deutsches Auto fährt in einer engen Gasse entgegen der Fahrtrichtung, ein klares Beispiel für Einbahnstraße falsch befahren
Inhalt 4 Abschnitte

Was gilt in einer Einbahnstraße und was bedeutet Einbahnstraße falsch befahren?

Das Zeichen 220 bestimmt nach Anlage 2 zur StVO: Wer ein Fahrzeug führt, darf die Einbahnstraße nur in Richtung des Pfeils befahren. Das gilt für den Fahrzeugverkehr auf der Fahrbahn, also für Autos, Motorräder und Fahrräder. Zeigt ein Zusatzzeichen, dass Radverkehr in Gegenrichtung zugelassen ist, dürfen Räder und E-Scooter entgegenkommen; Autofahrer müssen dann beim Einbiegen und im Verlauf auf sie achten.

Am anderen Ende steht meist Zeichen 267, das Verbot der Einfahrt. Wer dort hineinfährt, verstößt gegen ein eigenes Verbot mit eigenem Katalogsatz. In Einbahnstraßen darfst Du übrigens auch links halten und parken (§ 12 Abs. 4 Satz 4 StVO).

Was kostet es, wenn Du eine Einbahnstraße falsch befahren hast?

Die Beträge aus der Anlage zur BKatV, Stand Oktober 2026:

VerstoßLfd. Nr.Regelsatz
Einbahnstraße entgegen der Richtung, Kfz139.125 Euro
dasselbe als Radfahrer139.220 Euro
als Radfahrer mit Behinderung / Gefährdung / Sachbeschädigung139.2.1 bis 139.2.325 / 30 / 35 Euro
Verbot der Einfahrt (Zeichen 267) missachtet142a50 Euro
Zeichen 267 missachtet als Radfahrer14320 Euro

Bis 55 Euro ist nach § 1 Abs. 1 Satz 2 BKatV ein Verwarnungsgeld zu erheben. Kommt es zu einem Unfall, können weitere Tatbestände dazukommen; dann nach aktuellem Bußgeldkatalog prüfen. Was Radfahrer sonst zahlen, steht unter Bußgeld für Radfahrer.

Gibt es Punkte, und was gilt in der Probezeit?

Ins Fahreignungsregister kommt eine Ordnungswidrigkeit nach § 28 Abs. 3 Nr. 3 StVG erst ab einer Geldbuße von 60 Euro. Selbst die 50 Euro für die Einfahrt gegen Zeichen 267 liegen darunter. Deshalb gibt es keine Punkte in Flensburg.

Daraus folgt auch die Antwort für Fahranfänger: Maßnahmen in der Probezeit knüpfen nach § 2a Abs. 2 StVG an Entscheidungen an, die in das Register einzutragen sind. Ein Verwarnungsgeld für die falsche Fahrtrichtung löst deshalb weder Aufbauseminar noch Verlängerung der Probezeit beim Führerschein aus.

Wann lohnt sich Gegenwehr?

Ein Verwarnungsgeld wird nach § 56 Abs. 2 OWiG nur wirksam, wenn Du nach Belehrung einverstanden bist und zahlst. Dann ist die Sache, eine Einbahnstraße falsch befahren zu haben, erledigt und kostet keine Gebühren. Lehnst Du ab, kann ein Bußgeldbescheid folgen, auf den nach § 107 OWiG mindestens 25 Euro Gebühr und 3,50 Euro Zustellkosten kommen. Gegen ihn läuft eine Frist von zwei Wochen für den Einspruch gegen den Bußgeldbescheid.

Prüfenswert ist vor allem, ob die Beschilderung erkennbar war, etwa bei Baustellen. Fotos vom Ort helfen, wenn Du eine Einbahnstraße falsch befahren haben sollst. Die Verfolgung verjährt nach § 26 Abs. 3 StVG in sechs Monaten, sofern sie nicht unterbrochen wird. Bei einem Zusammenstoß stellen sich zusätzlich Haftungsfragen, dazu Bußgeld und Verkehrsunfall.

Das Wichtigste in Kürze

  • Einbahnstraße entgegen der Pfeilrichtung: 25 Euro für Kfz-Führer, 20 Euro für Radfahrer (lfd. Nr. 139.1, 139.2 BKatV).
  • Einfahrt gegen Zeichen 267 kostet 50 Euro (lfd. Nr. 142a BKatV).
  • Unter 60 Euro gibt es keine Punkte (§ 28 Abs. 3 Nr. 3 StVG) und keine Probezeitmaßnahmen (§ 2a Abs. 2 StVG).
  • Mit Zusatzzeichen dürfen Radfahrer die Einbahnstraße in Gegenrichtung nutzen (Anlage 2 StVO, lfd. Nr. 9.1).
  • Wer das Verwarnungsgeld ablehnt, riskiert einen Bescheid mit mindestens 28,50 Euro Zusatzkosten (§ 107 OWiG).

Häufige Fragen (11)

Was kostet es, wenn ich eine Einbahnstraße falsch befahren habe?

Mit dem Auto 25 Euro, wenn Du die durch Zeichen 220 vorgeschriebene Richtung nicht befolgst (lfd. Nr. 139.1 BKatV). Bist Du am Ende der Straße trotz Zeichen 267 eingefahren, nennt der Katalog 50 Euro (lfd. Nr. 142a). Hast Du eine Einbahnstraße falsch befahren, liegen beide Beträge unter 60 Euro und werden deshalb meist als Verwarnungsgeld ohne Gebühren erhoben, sofern Du einverstanden bist und zahlst.

Gibt es Punkte, wenn ich eine Einbahnstraße falsch befahren habe?

Nein. Eingetragen werden Ordnungswidrigkeiten nach § 28 Abs. 3 Nr. 3 StVG erst ab einer Geldbuße von 60 Euro, und auch nur, wenn sie in Anlage 13 FeV genannt sind. Die Regelsätze für die falsche Richtung in der Einbahnstraße liegen mit 20 bis 50 Euro darunter. Anders kann es aussehen, wenn bei einem Unfall weitere, höher bewertete Verstöße hinzukommen.

Was passiert in der Probezeit, wenn ich eine Einbahnstraße falsch befahren habe?

In der Regel nichts über das Verwarnungsgeld hinaus. Aufbauseminar und Verlängerung der Probezeit setzen nach § 2a Abs. 2 StVG eine Entscheidung voraus, die in das Fahreignungsregister einzutragen ist. Weil die Beträge für die Einbahnstraße unter der Eintragungsgrenze von 60 Euro liegen, fehlt es daran. Das kann sich ändern, wenn zugleich ein schwererer Verstoß festgestellt wird.

Dürfen Radfahrer gegen die Einbahnstraße fahren?

Nur, wenn das ausdrücklich erlaubt ist. Unter dem Zeichen 220 steht dann ein Zusatzzeichen, das Radverkehr in der Gegenrichtung zulässt (Anlage 2 StVO, lfd. Nr. 9.1); am anderen Ende kann Zeichen 267 entsprechend ergänzt sein. Ohne dieses Zusatzzeichen gilt die Einbahnstraße auch für das Fahrrad. Dann kostet die Fahrt in Gegenrichtung 20 Euro.

Was ist der Unterschied zwischen Zeichen 220 und Zeichen 267?

Zeichen 220 ist der Pfeil der Einbahnstraße und schreibt die Fahrtrichtung vor. Zeichen 267, der rote Kreis mit weißem Balken, verbietet die Einfahrt in die Fahrbahn, für die es gilt. Wer gegen den Pfeil fährt, zahlt mit dem Auto 25 Euro (lfd. Nr. 139.1 BKatV). Wer trotz Zeichen 267 einfährt, zahlt 50 Euro (lfd. Nr. 142a BKatV).

Wer haftet bei einem Unfall in der Einbahnstraße gegen die Fahrtrichtung?

Hast Du eine Einbahnstraße falsch befahren und kommt es zum Unfall, klärt die Haftung nicht das Bußgeld, sondern das Zivilrecht. Sind zwei Kraftfahrzeuge beteiligt, hängt die Verteilung nach § 17 Abs. 1 StVG davon ab, inwieweit der Schaden vorwiegend vom einen oder anderen verursacht wurde. Ein Verstoß gegen die Fahrtrichtung fließt in diese Abwägung ein, entscheidet aber nicht automatisch allein. Die genaue Quote hängt vom Unfallhergang ab.

Muss ich das Verwarnungsgeld sofort bezahlen?

Nicht zwingend. Nach § 56 Abs. 2 OWiG kannst Du sofort zahlen oder innerhalb einer Frist, die eine Woche betragen soll. Eine solche Frist soll bewilligt werden, wenn Du nicht sofort zahlen kannst oder der Betrag über zehn Euro liegt. Zahlst Du nicht fristgerecht, wird die Verwarnung nicht wirksam, und die Behörde kann ein Bußgeldverfahren mit Gebühren einleiten.

Was kann ich tun, wenn ich eine Einbahnstraße falsch befahren habe, weil das Schild nicht zu sehen war?

Dann lohnt es sich, die Situation sofort zu dokumentieren: Fotos aus Fahrersicht, Datum, Uhrzeit, mögliche Verdeckungen durch Bäume, Baustellen oder Lkw. Das Verwarnungsgeld musst Du nicht annehmen. Im folgenden Verfahren kannst Du Dich im Anhörungsbogen äußern und gegen einen Bescheid binnen zwei Wochen Einspruch einlegen (§ 67 OWiG). Ob das überzeugt, entscheidet sich im Einzelfall.

Darf man in einer Einbahnstraße links parken?

Ja. Nach § 12 Abs. 4 StVO wird in der Regel rechts gehalten und geparkt. In Einbahnstraßen mit Zeichen 220 darf aber ausdrücklich auch links gehalten und geparkt werden (§ 12 Abs. 4 Satz 4 StVO). Andere Halt- und Parkverbote, etwa vor Einfahrten oder an Kreuzungen, gelten dort trotzdem.

Was kostet die Einbahnstraße, wenn dabei jemand gefährdet wird?

Für Radfahrer enthält der Katalog eigene Stufen: mit Behinderung 25 Euro, mit Gefährdung 30 Euro, mit Sachbeschädigung 35 Euro (lfd. Nr. 139.2.1 bis 139.2.3 BKatV). Für Kfz-Führer gibt es diese Unterstufen bei Nr. 139 nicht. Kommt es zu Gefährdung oder Unfall, können aber weitere Vorschriften verletzt sein, etwa § 1 Abs. 2 StVO; dann lohnt ein Blick in den aktuellen Bußgeldkatalog.

Wie lange kann die Behörde den Verstoß verfolgen?

Die Verfolgungsverjährung beträgt bei Verkehrsordnungswidrigkeiten nach § 24 StVG sechs Monate (§ 26 Abs. 3 StVG). Sie beginnt mit der Tat und wird durch bestimmte Handlungen der Behörde unterbrochen, zum Beispiel die Anordnung der Anhörung oder den Erlass des Bußgeldbescheids (§ 33 OWiG). Danach beginnt sie neu zu laufen.

Quellen

  1. Anlage BKatV (Bußgeldkatalog), lfd. Nr. 139, 142a, 143
    GesetzBundesministerium der Justiz · abgerufen am 27.10.2026
  2. Anlage 2 StVO Vorschriftzeichen (Zeichen 220, 267)
    GesetzBundesministerium der Justiz · abgerufen am 27.10.2026
  3. § 41 StVO Vorschriftzeichen
    GesetzBundesministerium der Justiz · abgerufen am 27.10.2026
  4. § 28 StVG Fahreignungsregister (Abs. 3 Nr. 3: ab 60 Euro)
    GesetzBundesministerium der Justiz · abgerufen am 27.10.2026
  5. § 56 OWiG Verwarnung
    GesetzBundesministerium der Justiz · abgerufen am 27.10.2026
  6. § 2a StVG Fahrerlaubnis auf Probe
    GesetzBundesministerium der Justiz · abgerufen am 27.10.2026

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