Untervermietung über Airbnb
Kurz erklärt Untervermietung über Airbnb heißt, dass Du als Mieter Deine Wohnung oder ein Zimmer tage- oder wochenweise an Gäste überlässt. Dafür brauchst Du nach § 540 Abs. 1 BGB die Erlaubnis des Vermieters; eine allgemeine Untermieterlaubnis deckt Touristen ohne besondere Anhaltspunkte nicht. In Hamburg kommen Registrierung und Genehmigungspflicht nach dem Wohnraumschutzgesetz hinzu.

Inhalt 4 Abschnitte
Brauchst Du für die Untervermietung über Airbnb die Erlaubnis des Vermieters?
Ja. Ohne Erlaubnis darfst Du den Gebrauch der Wohnung keinem Dritten überlassen (§ 540 Abs. 1 BGB). Hast Du schon eine allgemeine Untermieterlaubnis, hilft sie in der Regel nicht weiter: Sie umfasst ohne besondere Anhaltspunkte keine tageweise Vermietung an Touristen (BGH, Urteil vom 08.01.2014, VIII ZR 210/13). Übliche Untervermietung läuft auf Dauer oder über Monate (Rn. 11).
Einen Anspruch auf Erlaubnis gibt § 553 Abs. 1 BGB nur für einen Teil des Wohnraums und nur bei einem nach Vertragsschluss entstandenen berechtigten Interesse. Der Wunsch, Kosten zu senken, genügt dafür, Gewinnerzielung nicht (BGH, Urteil vom 28.01.2026, VIII ZR 228/23, Leitsätze 1 und 2).
Was droht bei Untervermietung über Airbnb ohne Erlaubnis?
Die unbefugte Überlassung an Dritte ist ein gesetzlich genannter Grund für die fristlose Kündigung, wenn sie die Rechte des Vermieters erheblich verletzt (§ 543 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 BGB). Vorher braucht es in der Regel eine erfolglose Abmahnung (§ 543 Abs. 3 BGB). Daneben kommt eine ordentliche Kündigung wegen schuldhafter Pflichtverletzung in Betracht (§ 573 Abs. 2 Nr. 1 BGB).
Im Fall VIII ZR 228/23 hatte ein Berliner Mieter seine Wohnung für 962 Euro netto kalt untervermietet, selbst zahlte er 460 Euro, später 497,35 Euro. Nach Abmahnung lehnte er es ab, das Untermietverhältnis zu beenden. Die ordentliche Kündigung hielt, der Mieter musste räumen. Für Gäste, die Schäden verursachen, haftest Du ohnehin wie für eigenes Verschulden (§ 540 Abs. 2 BGB).
Was gilt in Hamburg nach dem Wohnraumschutzgesetz?
Hamburg behandelt die Überlassung von Wohnraum an wechselnde Nutzer zum nicht auf Dauer angelegten Gebrauch als Zweckentfremdung, die eine Genehmigung braucht (§ 9 Abs. 2 Satz 3 Nr. 2 HmbWoSchG, Fassung ab 20.05.2026, Stand Oktober 2026). Ausnahmen gelten für die eigene Hauptwohnung: Werden weniger als 50 Prozent der Fläche oder die Wohnung höchstens acht Wochen im Kalenderjahr anders genutzt, ist im Zweifel keine Zweckentfremdung anzunehmen (§ 9 Abs. 2 Satz 4 und 5).
Unabhängig davon müssen sich Gastgeber registrieren und erhalten eine Wohnraumschutznummer, die sie im Inserat gut sichtbar angeben müssen (§ 13 Abs. 5 und 6 HmbWoSchG). Verstöße sind eine Ordnungswidrigkeit und können mit bis zu 500.000 Euro geahndet werden (§ 15 Abs. 3 HmbWoSchG).
Darf der Vermieter mitverdienen?
Ist ihm die Überlassung nur gegen eine angemessene Mieterhöhung zuzumuten, darf der Vermieter seine Erlaubnis davon abhängig machen (§ 553 Abs. 2 BGB). Abweichende Vereinbarungen zu Deinem Nachteil sind unwirksam (§ 553 Abs. 3 BGB).
Den eigenen Gewinn aus der Untervermietung über Airbnb schützt das Gesetz dagegen nicht. Nach VIII ZR 228/23 umfasst das berechtigte Interesse nur die Deckung der wohnungsbezogenen Kosten. Im Berliner Fall lag die Untermiete zudem über der Grenze der Mietpreisbremse. Wer ein Zimmer dauerhaft untervermietet, sollte die Bedingungen in einem Untermietvertrag festhalten.
Das Wichtigste in Kürze
- Ohne Erlaubnis des Vermieters ist jede Überlassung an Dritte unzulässig (§ 540 Abs. 1 BGB).
- Eine allgemeine Untermieterlaubnis umfasst die tageweise Vermietung an Touristen ohne besondere Anhaltspunkte nicht (BGH VIII ZR 210/13).
- Ein Anspruch auf Erlaubnis nach § 553 BGB besteht zur Kostensenkung, nicht zur Gewinnerzielung (BGH VIII ZR 228/23).
- In Hamburg ist die eigene Hauptwohnung bis 8 Wochen im Kalenderjahr im Zweifel keine Zweckentfremdung (§ 9 Abs. 2 Satz 5 HmbWoSchG).
- Verstöße gegen das Hamburgische Wohnraumschutzgesetz können bis zu 500.000 Euro kosten (§ 15 Abs. 3 HmbWoSchG).
Häufige Fragen (10)
Ist Untervermietung über Airbnb als Mieter erlaubt?
Nur mit Erlaubnis des Vermieters, denn jede Überlassung an Dritte braucht sie (§ 540 Abs. 1 BGB). Eine früher erteilte allgemeine Untermieterlaubnis reicht für Feriengäste in der Regel nicht (BGH VIII ZR 210/13). In Hamburg kommen öffentlich-rechtliche Pflichten hinzu: Registrierung mit Wohnraumschutznummer und gegebenenfalls eine Genehmigung wegen Zweckentfremdung. Kläre bei der Untervermietung über Airbnb beides, bevor Du ein Inserat veröffentlichst.
Reicht meine alte Untermieterlaubnis für Untervermietung über Airbnb?
In der Regel nicht. Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass ein Mieter ohne besondere Anhaltspunkte nicht davon ausgehen kann, eine allgemeine Untervermietungserlaubnis umfasse die tageweise Vermietung an Touristen (VIII ZR 210/13). Im Fall hatte der Mieter eine Erlaubnis ohne Prüfung der Untermieter, wollte aber Feriengäste aufnehmen. Willst Du an Touristen vermieten, brauchst Du eine ausdrückliche Zustimmung dafür, am besten schriftlich.
Kann der Vermieter bei Untervermietung über Airbnb fristlos kündigen?
Bei Untervermietung über Airbnb kann er das, wenn Du die Wohnung unbefugt Dritten überlässt und dadurch seine Rechte erheblich verletzt (§ 543 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 BGB). Vorher muss er in der Regel abmahnen (§ 543 Abs. 3 BGB). Stellst Du die Vermietung nach der Abmahnung nicht ein, steigt das Risiko deutlich. Vermieter können zusätzlich ordentlich wegen schuldhafter Pflichtverletzung kündigen; so war es im Fall VIII ZR 228/23, in dem der Mieter räumen musste.
Wie viele Tage ist Untervermietung über Airbnb in Hamburg erlaubt?
Für die eigene Hauptwohnung gilt im Zweifel keine Zweckentfremdung, wenn die andere Nutzung höchstens acht Wochen im Kalenderjahr dauert oder weniger als die Hälfte der Wohnfläche betrifft (§ 9 Abs. 2 Satz 4 und 5 HmbWoSchG). Die Registrierungspflicht mit Wohnraumschutznummer gilt trotzdem. Mietrechtlich bleibt es bei der Erlaubnis des Vermieters, unabhängig von der Zahl der Tage. Eine Zweitwohnung fällt nicht unter diese Ausnahme für die Hauptwohnung.
Was ist die Wohnraumschutznummer?
Das ist die Registrierungsnummer, die Hamburg Gastgebern für die kurzfristige Vermietung von Unterkünften zuteilt. Grundlage sind § 13 Abs. 5 und 6 HmbWoSchG und die EU-Verordnung 2024/1028. Du registrierst Dich über das Portal der Behörde, legst die geforderten Informationen vor und bekommst die Nummer automatisch. Sie muss im Angebot gut sichtbar stehen. Wer sie nicht oder falsch angibt, handelt ordnungswidrig (§ 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 9 HmbWoSchG).
Welches Bußgeld droht bei illegaler Ferienvermietung in Hamburg?
Bis zu 500.000 Euro. So hoch ist der Rahmen für Ordnungswidrigkeiten nach § 15 Abs. 3 HmbWoSchG. Erfasst sind unter anderem die Zweckentfremdung ohne Genehmigung, fehlende oder falsche Wohnraumschutznummern und das Anbieten oder Bewerben einer genehmigungspflichtigen Ferienvermietung ohne Genehmigung (§ 15 Abs. 1 und 2 HmbWoSchG). Die konkrete Höhe legt die Behörde im Einzelfall fest. Mietrechtliche Folgen wie eine Kündigung kommen unabhängig davon hinzu.
Hafte ich für Schäden durch Airbnb-Gäste?
Ja. Überlässt Du die Wohnung einem Dritten, musst Du ein Verschulden des Gastes beim Gebrauch vertreten, und zwar auch dann, wenn der Vermieter die Überlassung erlaubt hat (§ 540 Abs. 2 BGB). Für den Vermieter bist also Du der Ansprechpartner, nicht der Gast. Ob eine Versicherung der Plattform oder Deine Haftpflichtversicherung einspringt, hängt von den jeweiligen Bedingungen ab. Prüfe das vor der ersten Buchung.
Darf ich ein einzelnes Zimmer über Airbnb vermieten?
Mietrechtlich brauchst Du auch dafür die Erlaubnis. Einen Anspruch darauf gibt § 553 Abs. 1 BGB, wenn nach Vertragsschluss ein berechtigtes Interesse entsteht und nur ein Teil der Wohnung betroffen ist. Der Wunsch, Kosten zu senken, ist ein solches Interesse, ein Gewinn darüber hinaus nicht (BGH VIII ZR 228/23). Der Vermieter kann ablehnen, wenn ihm die Überlassung aus sonstigen Gründen nicht zuzumuten ist, etwa bei ständig wechselnden Gästen.
Kann der Vermieter einen Untermietzuschlag verlangen?
Ja, wenn ihm die Untervermietung nur bei einer angemessenen Erhöhung der Miete zuzumuten ist. Dann darf er die Erlaubnis davon abhängig machen, dass Du der Erhöhung zustimmst (§ 553 Abs. 2 BGB). Im Fall VIII ZR 210/13 hatte die Vermieterin einen Zuschlag von 13 Euro monatlich erhoben. Eine Vereinbarung, die Dich schlechter stellt als § 553 BGB, ist nach dessen Absatz 3 unwirksam.
Was passiert, wenn das Inserat nach der Abmahnung noch online ist?
Dann kann der Vermieter das als fortgesetzte Pflichtverletzung werten. Im Fall VIII ZR 210/13 war das Angebot nach den Abmahnungen erneut auf einer Vermittlungsseite abrufbar; der Mieter behauptete, das sei ohne sein Zutun geschehen. Der Bundesgerichtshof verwies die Sache zur weiteren Klärung zurück. Lösche nach einer Abmahnung deshalb alle Inserate vollständig, sichere einen Nachweis darüber und teile das dem Vermieter schriftlich mit.
Quellen
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