Alkohol am Steuer

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Kurz erklärt Alkohol am Steuer bedeutet, dass Du ein Fahrzeug unter Alkoholeinfluss führst. Ab 0,5 Promille ist Alkohol am Steuer für Kraftfahrer eine Ordnungswidrigkeit nach § 24a StVG, bei Fahruntüchtigkeit sogar eine Straftat nach § 316 StGB. Beim ersten Bußgeldverstoß drohen 500 Euro, zwei Punkte und ein Monat Fahrverbot, im Strafverfahren meist der Fahrerlaubnisentzug.

Polizeibeamter führt bei einem Autofahrer einen Alkoholtest durch, um Alkohol am Steuer zu prüfen
Inhalt 4 Abschnitte

Ab wann ist Alkohol am Steuer eine Ordnungswidrigkeit?

Für Kraftfahrer zieht § 24a Abs. 1 StVG eine feste Linie: 0,5 Promille im Blut oder 0,25 mg/l in der Atemluft. Wer so ein Kraftfahrzeug führt, handelt ordnungswidrig, auch wenn er unauffällig fährt. Der Bußgeldrahmen reicht nach § 24a Abs. 3 StVG bis 3.000 Euro. Welche Grenze für wen gilt, zeigt der Überblick zu den Promillegrenzen.

Für junge Fahrer liegt die Grenze bei null. In der Probezeit und vor dem 21. Geburtstag verbietet § 24c StVG schon das Trinken während der Fahrt und den Fahrtantritt unter Alkoholwirkung. Das Alkoholverbot für Fahranfänger kostet laut Bußgeldkatalog 250 Euro (Lfd. Nr. 243b, Stand: Oktober 2026).

Wann wird die Trunkenheitsfahrt zur Straftat?

Die Grenze zur Straftat zieht § 316 StGB. Strafbar ist, wer ein Fahrzeug führt, obwohl er alkoholbedingt nicht mehr sicher fahren kann. Ab 1,1 Promille gelten Kraftfahrer nach der Rechtsprechung als absolut fahruntüchtig; der Bundesgerichtshof legt diesen Wert in ständiger Rechtsprechung zugrunde, etwa der Versicherungssenat im Urteil vom 22.06.2011 (IV ZR 225/10). Darunter braucht es alkoholtypische Ausfallerscheinungen, etwa Schlangenlinien. Mehr unter Trunkenheit im Verkehr.

Kommt bei Alkohol am Steuer eine konkrete Gefahr für andere Menschen oder wertvolle fremde Sachen hinzu, greift § 315c Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a StGB. Die Gefährdung des Straßenverkehrs wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft, § 316 StGB sieht bis zu einem Jahr oder Geldstrafe vor.

Folgen von Alkohol am Steuer: Bußgeld, Punkte und Führerschein

Für die Ordnungswidrigkeit nach § 24a StVG sieht die Anlage zur BKatV folgende Regelsätze vor (Stand: Oktober 2026):

SituationLfd. Nr.RegelsatzFahrverbot
erster Verstoß241500 Euro1 Monat
eine Voreintragung wegen Alkohol oder Drogen241.11.000 Euro3 Monate
mehrere Voreintragungen241.21.500 Euro3 Monate

Das Fahrverbot ist nach § 25 Abs. 1 Satz 2 StVG in der Regel anzuordnen. Dazu kommen zwei Punkte im Fahreignungsregister nach Anlage 13 zur FeV; die Eintragung wird nach fünf Jahren getilgt (§ 29 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 Buchst. b StVG).

Im Strafverfahren wird es deutlich ernster. Wer wegen Alkohol am Steuer nach § 316 oder § 315c StGB verurteilt wird, gilt nach § 69 Abs. 2 StGB in der Regel als ungeeignet. Es folgt die Entziehung der Fahrerlaubnis mit einer Sperre von sechs Monaten bis fünf Jahren (§ 69a Abs. 1 StGB), nach einer früheren Sperre in den letzten drei Jahren mindestens ein Jahr (Abs. 3), in Ausnahmefällen für immer. Im Register stehen dafür drei Punkte, die erst nach zehn Jahren getilgt werden.

Wann droht Dir eine MPU wegen Alkoholeinfluss?

Unabhängig davon prüft die Fahrerlaubnisbehörde Deine Eignung. Nach § 13 Satz 1 Nr. 2 FeV verlangt sie eine MPU, wenn Du mit 1,6 Promille oder 0,8 mg/l Atemalkohol gefahren bist, wenn wiederholt Zuwiderhandlungen unter Alkoholeinfluss vorliegen oder wenn sonst Tatsachen auf Alkoholmissbrauch hindeuten. Verstöße nur gegen § 24c StVG zählen bei der Wiederholung nicht mit (§ 13 Satz 2 FeV).

In der Probezeit beim Führerschein gelten Verstöße gegen § 24a oder § 24c StVG nach Anlage 12 zur FeV als schwerwiegend: Aufbauseminar und zwei Jahre längere Probezeit (§ 2a Abs. 2a StVG).

Wer beruflich fahren muss, sollte auch die Folgen im Job früh bedenken, bis hin zur Kündigung wegen Verlust des Führerscheins.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ab 0,5 Promille oder 0,25 mg/l Atemalkohol ist Autofahren eine Ordnungswidrigkeit nach § 24a StVG, auch ohne Fahrfehler.
  • Der erste Verstoß kostet laut BKatV 500 Euro, zwei Punkte und einen Monat Fahrverbot (Lfd. Nr. 241, Stand Oktober 2026).
  • Ab 1,1 Promille liegt nach der Rechtsprechung absolute Fahruntüchtigkeit vor; die Fahrt ist dann eine Straftat nach § 316 StGB.
  • Nach einer Verurteilung wegen § 316 StGB wird die Fahrerlaubnis in der Regel entzogen; die Sperre dauert sechs Monate bis fünf Jahre, in Ausnahmefällen für immer (§ 69a StGB).
  • Ab 1,6 Promille ordnet die Fahrerlaubnisbehörde eine MPU an, auch nach einer Fahrradfahrt (§ 13 Satz 1 Nr. 2 Buchst. c FeV).

Häufige Fragen (10)

Wie viel Alkohol am Steuer ist erlaubt?

Für Kraftfahrer liegt die Grenze bei unter 0,5 Promille, wenn sie nicht in der Probezeit und mindestens 21 Jahre alt sind. Ab 0,5 Promille greift § 24a StVG. Erlaubt heißt aber nicht folgenlos: Auch unter 0,5 Promille kann eine Straftat nach § 316 StGB vorliegen, wenn Du alkoholbedingt Fahrfehler machst. Für Fahranfänger und unter 21-Jährige gilt nach § 24c StVG ein absolutes Alkoholverbot.

Ab wann ist Alkohol am Steuer eine Straftat?

Strafbar wird es, sobald Du alkoholbedingt nicht mehr sicher fahren kannst. Ab 1,1 Promille nimmt die Rechtsprechung das bei Kraftfahrern immer an, ohne dass es auf Fahrfehler ankommt. Unter 1,1 Promille kommt es auf Ausfallerscheinungen an, etwa unsicheres Spurhalten oder einen Unfall, den der Alkohol erklärt. Gefährdest Du dabei andere, ist zusätzlich § 315c StGB erfüllt.

Wie lange ist der Führerschein bei Alkohol am Steuer weg?

Das hängt davon ab, ob es bei einem Bußgeld bleibt. Bei 0,5 Promille ohne Ausfallerscheinungen gibt es beim ersten Mal ein Fahrverbot von einem Monat, bei Voreintragungen drei Monate. Danach bekommst Du den Führerschein zurück. Bei einer Straftat entzieht das Gericht die Fahrerlaubnis in der Regel. Die Sperre beträgt nach § 69a StGB sechs Monate bis fünf Jahre, nach einer Sperre in den letzten drei Jahren mindestens ein Jahr, in Ausnahmefällen gilt sie für immer.

Was kostet Alkohol am Steuer beim ersten Mal?

Beim ersten Verstoß gegen die 0,5-Promille-Grenze sieht der Bußgeldkatalog 500 Euro vor, dazu einen Monat Fahrverbot und zwei Punkte (Lfd. Nr. 241, Stand Oktober 2026). Hinzu kommen nach § 107 OWiG Gebühren von mindestens 25 Euro und Auslagen, etwa für die Blutprobe. Im Strafverfahren richtet sich die Geldstrafe nach Tagessätzen, also nach Deinem Einkommen. Eine feste Summe gibt es dort nicht.

Was passiert bei Alkohol am Steuer in der Probezeit?

In der Probezeit gilt die Null-Promille-Grenze des § 24c StVG. Ein Verstoß kostet laut Bußgeldkatalog 250 Euro und einen Punkt. Weil Alkoholverstöße nach Anlage 12 zur FeV als schwerwiegend gelten, ordnet die Fahrerlaubnisbehörde zusätzlich ein Aufbauseminar an. Die Probezeit verlängert sich dadurch nach § 2a Abs. 2a StVG um zwei Jahre. Ab 0,5 Promille kommen die Folgen des § 24a StVG hinzu.

Ab wann muss man bei Alkohol am Steuer zur MPU?

Pflicht ist die MPU nach § 13 Satz 1 Nr. 2 Buchst. c FeV ab 1,6 Promille im Blut oder 0,8 mg/l Atemalkohol. Die Behörde fordert sie aber auch darunter, wenn Du wiederholt unter Alkoholeinfluss am Verkehr teilgenommen hast oder Tatsachen auf Alkoholmissbrauch hindeuten. Nach einer Entziehung aus einem dieser Gründe gibt es eine neue Fahrerlaubnis nur mit positivem Gutachten.

Gibt es bei Alkohol am Steuer eine Freiheitsstrafe?

Möglich ist sie, im Gesetz ist sie vorgesehen. § 316 StGB droht Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe an, § 315c StGB bei einer Gefährdung anderer bis zu fünf Jahre. Welche Strafe das Gericht verhängt, hängt nach § 46 StGB von den Umständen der Tat und des Täters ab, etwa von Vorstrafen, Blutalkohol und Unfallfolgen. Die Geldstrafe bemisst sich in Tagessätzen nach Deinem Einkommen.

Wann verjährt Alkohol am Steuer?

Für Alkoholverstöße nach § 24a StVG gilt die verkürzte Sechsmonatsfrist des § 26 Abs. 3 StVG nicht, sie erfasst nur Verstöße nach § 24 Abs. 1 StVG. Maßgeblich ist § 31 Abs. 2 OWiG: Bei Fahrlässigkeit liegt das Höchstmaß bei 1.500 Euro (§ 17 Abs. 2 OWiG), die Frist also bei einem Jahr, bei Vorsatz bei 3.000 Euro und damit bei zwei Jahren. Die Straftat nach § 316 StGB verjährt nach § 78 Abs. 3 Nr. 5 StGB in drei Jahren. Unterbrechungen wie die Anhörung lassen die Frist neu beginnen.

Wie lange bleiben die Punkte für Alkohol am Steuer in Flensburg?

Die zwei Punkte für einen Verstoß gegen § 24a StVG werden nach § 29 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 Buchst. b StVG fünf Jahre nach Rechtskraft getilgt. Eine Verurteilung wegen § 316 StGB mit Entziehung der Fahrerlaubnis bringt drei Punkte und bleibt zehn Jahre eingetragen. Für die Fahrerlaubnisbehörde bleiben Voreintragungen bis dahin sichtbar, etwa bei der Frage nach einer MPU.

Wer zahlt bei einem Unfall mit Alkohol am Steuer?

Den Schaden des Unfallgegners zahlt zunächst Deine Kfz-Haftpflichtversicherung. Deine Versicherung kann Dich bei Alkohol am Steuer nach den Versicherungsbedingungen aber in Regress nehmen. Für den eigenen Schaden in der Vollkasko darf der Versicherer bei grober Fahrlässigkeit kürzen (§ 81 Abs. 2 VVG). Bei absoluter Fahruntüchtigkeit hält der BGH sogar eine Kürzung auf null für möglich, verlangt aber eine Abwägung im Einzelfall (IV ZR 225/10).

Quellen

  1. § 24a StVG 0,5-Promille-Grenze
    GesetzBundesministerium der Justiz · abgerufen am 27.10.2026
  2. § 316 StGB Trunkenheit im Verkehr
    GesetzBundesministerium der Justiz · abgerufen am 27.10.2026
  3. Anlage BKatV (Bußgeldkatalog), Lfd. Nr. 241 bis 243b
    GesetzBundesministerium der Justiz · abgerufen am 27.10.2026
  4. § 69a StGB Sperre für die Erteilung einer Fahrerlaubnis
    GesetzBundesministerium der Justiz · abgerufen am 27.10.2026
  5. § 13 FeV Klärung von Eignungszweifeln bei Alkoholproblematik
    GesetzBundesministerium der Justiz · abgerufen am 27.10.2026

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