Hinterbliebenenversorgung

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Kurz erklärt Die Hinterbliebenenversorgung sichert Ehegatten, eingetragene Lebenspartner und Kinder verstorbener Beamter finanziell ab. Für Bundesbeamte regeln die §§ 16 bis 28 BeamtVG Sterbegeld, Witwengeld und Waisengeld, für Landesbeamte das jeweilige Landesgesetz, in Hamburg das HmbBeamtVG. Im Bund beträgt das Witwengeld 55 Prozent des Ruhegehalts.

Trauernde Person in dunkler Kleidung geht auf einer regennassen Straße in Deutschland, assoziiert mit der Hinterbliebenenversorgung
Inhalt 4 Abschnitte

Welches Recht gilt für die Hinterbliebenenversorgung?

Das hängt vom Dienstherrn des Verstorbenen ab. Für Bundesbeamte gilt das Beamtenversorgungsgesetz des Bundes (BeamtVG). Für Landes- und Kommunalbeamte regeln die Länder die Hinterbliebenenversorgung selbst. In Hamburg ist das das Hamburgische Beamtenversorgungsgesetz (HmbBeamtVG). Prozentsätze und Voraussetzungen können dort abweichen. Einen Überblick gibt der Eintrag Beamte in Hamburg.

Die Werte unten beziehen sich auf den Bund. Zur Hinterbliebenenversorgung gehören dort nach § 16 BeamtVG die Bezüge für den Sterbemonat, Sterbegeld, Witwengeld, Witwenabfindung, Waisengeld, Unterhaltsbeiträge und die Witwerversorgung. Alle Leistungen bauen auf dem Ruhegehalt auf, das der Verstorbene erhalten hat oder bei Ruhestand am Todestag erhalten hätte.

Wer bekommt Witwengeld und wie hoch ist es?

Im Bund erhält Witwengeld, wer mit einem Beamten auf Lebenszeit mit erfüllter Wartezeit nach § 4 Abs. 1 BeamtVG oder einem Ruhestandsbeamten verheiratet war (§ 19 BeamtVG). Kein Witwengeld gibt es, wenn die Ehe kürzer als ein Jahr dauerte, es sei denn, eine reine Versorgungsehe liegt nach den Umständen fern. Ausgeschlossen ist die Hinterbliebenenversorgung auch, wenn die Ehe erst im Ruhestand nach Erreichen der Regelaltersgrenze geschlossen wurde; dann kommt ein Unterhaltsbeitrag nach § 22 Abs. 1 BeamtVG in Betracht.

Das Witwengeld beträgt 55 Prozent des Ruhegehalts (§ 20 Abs. 1 BeamtVG), mindestens 60 Prozent der Mindestversorgung. Ein Beispiel: Aus 3.000 Euro Ruhegehalt werden 1.650 Euro Witwengeld. Für Ehen vor dem 01.01.2002, bei denen ein Ehegatte vor dem 02.01.1962 geboren ist, gilt nach § 69e Abs. 5 BeamtVG die frühere Fassung mit 60 Prozent des Ruhegehalts. War die Witwe mehr als 20 Jahre jünger und ging aus der Ehe kein Kind hervor, wird gekürzt (§ 20 Abs. 2). Witwer und eingetragene Lebenspartner sind gleichgestellt (§ 28, § 1a BeamtVG).

Was erhalten Kinder und was gibt es sofort nach dem Tod?

Waisengeld beträgt im Bund 12 Prozent des Ruhegehalts für Halbwaisen und 20 Prozent für Vollwaisen (§ 24 Abs. 1 BeamtVG). Es wird bis zum 18. Lebensjahr gezahlt, auf Antrag bis zum 27. Lebensjahr, solange das Kind in Schul- oder Berufsausbildung ist (§ 61 Abs. 2 BeamtVG).

Unmittelbar nach dem Tod verbleiben den Erben die Bezüge für den Sterbemonat (§ 17). Ehegatte und Abkömmlinge erhalten zusätzlich Sterbegeld in Höhe des Zweifachen der Dienstbezüge oder des Ruhegehalts, in einer Summe (§ 18 Abs. 1). Auch die Beihilfe für Familienangehörige kann sich ändern; dafür gelten eigene Vorschriften.

Kürzung und Ende Deiner Hinterbliebenenversorgung

Eigenes Einkommen und eigene Versorgung können im Bund zum Ruhen eines Teils führen: bei Erwerbseinkommen nach § 53, bei einer eigenen Beamtenversorgung nach § 54 und bei Renten nach § 55 BeamtVG. Waisengeld ist von § 53 ausgenommen. Beim Witwengeld nach einer Scheidung sind außerdem Folgen eines Versorgungsausgleichs zu beachten.

Witwengeld erlischt im Bund mit dem Ende des Monats, in dem die Witwe wieder heiratet (§ 61 Abs. 1 Nr. 2). Sie erhält dann eine Abfindung in Höhe des 24-Fachen des monatlichen Witwengelds (§ 21 Abs. 2). Festgesetzt wird die Hinterbliebenenversorgung von der obersten Dienstbehörde oder der von ihr bestimmten Stelle (§ 49 Abs. 1 BeamtVG). Gegen den Bescheid stehen Widerspruch und Klage offen, siehe Widerspruchsverfahren im Beamtenrecht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Für Bundesbeamte gilt das BeamtVG, für Landes- und Kommunalbeamte das Landesrecht; in Hamburg das HmbBeamtVG.
  • Im Bund beträgt das Witwengeld 55 Prozent des Ruhegehalts (§ 20 Abs. 1 BeamtVG), bei Ehen unter einem Jahr kann es entfallen (§ 19 Abs. 1).
  • Waisengeld beträgt im Bund 12 Prozent für Halbwaisen und 20 Prozent für Vollwaisen, bis 18 und in Ausbildung bis 27 (§§ 24, 61 BeamtVG).
  • Das Sterbegeld entspricht im Bund dem Zweifachen der Bezüge und wird in einer Summe gezahlt (§ 18 Abs. 1 BeamtVG).

Häufige Fragen (11)

Wie hoch ist das Witwengeld als Teil der Hinterbliebenenversorgung?

Im Bund 55 Prozent des Ruhegehalts, das der Verstorbene erhalten hat oder bei Ruhestand am Todestag erhalten hätte (§ 20 Abs. 1 BeamtVG). Es gibt eine Untergrenze aus der Mindestversorgung. Für ältere Ehen vor 2002 mit einem vor dem 02.01.1962 geborenen Ehegatten gilt nach § 69e Abs. 5 die frühere Fassung mit 60 Prozent. Bei Landesbeamten bestimmt das jeweilige Landesgesetz die Höhe der Hinterbliebenenversorgung, in Hamburg das HmbBeamtVG.

Wie wird das Witwengeld bei Beamten berechnet?

Grundlage ist das Ruhegehalt des Verstorbenen. Davon erhält die Witwe im Bund 55 Prozent. Danach prüft die Versorgungsstelle Kürzungen, etwa bei einem Altersunterschied von mehr als 20 Jahren ohne gemeinsames Kind (§ 20 Abs. 2 BeamtVG), und Ruhensregeln bei eigenem Einkommen oder eigenen Renten (§§ 53 bis 55 BeamtVG). Das Ergebnis der Hinterbliebenenversorgung steht im Versorgungsbescheid.

Wie lange bekommt man Witwengeld als Beamtenwitwe?

In der Regel lebenslang. Im Bund erlischt der Anspruch nach § 61 Abs. 1 BeamtVG mit dem Ende des Sterbemonats der Witwe oder dem Ende des Monats, in dem sie wieder heiratet. Bei einer erneuten Heirat gibt es eine Abfindung in Höhe des 24-Fachen des monatlichen Witwengelds (§ 21 BeamtVG). Wird die neue Ehe aufgelöst, lebt der Anspruch nach § 61 Abs. 3 wieder auf; neue Ansprüche aus dieser Ehe werden angerechnet.

Wird eigenes Einkommen auf das Witwengeld angerechnet?

Ja, teilweise. Im Bund ruht das Witwengeld nach § 53 BeamtVG insoweit, als es zusammen mit Erwerbs- oder Erwerbsersatzeinkommen eine Höchstgrenze übersteigt. Treffen Witwengeld und eine eigene Beamtenversorgung zusammen, gilt § 54, bei Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung § 55. Wie viel von Deiner Hinterbliebenenversorgung tatsächlich ruht, hängt von den Beträgen im Einzelfall ab und sollte im Bescheid nachvollziehbar berechnet sein.

Bekomme ich Witwengeld, wenn die Ehe kürzer als ein Jahr war?

Im Bund in der Regel nicht, nach § 19 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 BeamtVG gibt es aber eine Ausnahme. Witwengeld wird gezahlt, wenn die besonderen Umstände des Falls gegen die Annahme sprechen, dass die Heirat allein oder überwiegend der Versorgung dienen sollte. Gesetzlich vermutet wird bei kurzer Ehe also eine Versorgungsehe, die Du widerlegen kannst. Die Umstände musst Du gegenüber der Versorgungsstelle darlegen.

Wie lange bekommen Kinder von Beamten Waisengeld?

Im Bund bis zum Ende des Monats, in dem das Kind 18 wird (§ 61 Abs. 1 Nr. 3 BeamtVG). Auf Antrag wird es bis zum 27. Lebensjahr weitergezahlt, solange das Kind in Schul- oder Berufsausbildung ist, sich in einer Übergangszeit von höchstens vier Monaten befindet oder einen freiwilligen Dienst leistet (§ 61 Abs. 2). Bei einer Behinderung, die vor dem 27. Lebensjahr eintrat, auch länger.

Was ist das Sterbegeld bei Beamten?

Eine Einmalzahlung an Ehegatten und Abkömmlinge. Im Bund beträgt es das Zweifache der Dienstbezüge oder, bei Ruhestandsbeamten, des Ruhegehalts des Verstorbenen (§ 18 Abs. 1 BeamtVG). Zuschläge für Auslandsverwendung und bestimmte Vergütungen bleiben außen vor. Gibt es keine Ehegatten oder Kinder, können andere Angehörige oder Personen, die die Bestattung bezahlt haben, Sterbegeld beantragen (§ 18 Abs. 2).

Muss man die Hinterbliebenenversorgung beantragen?

Witwengeld wird von der zuständigen Stelle festgesetzt, die dafür vom Todesfall erfahren und Unterlagen wie Sterbe- und Heiratsurkunde erhalten muss. Melde den Tod deshalb zügig bei der Versorgungsstelle des Dienstherrn. Ausdrücklich auf Antrag gezahlt werden nach dem BeamtVG etwa das Waisengeld über 18 Jahre (§ 61 Abs. 2) und Sterbegeld für entferntere Angehörige (§ 18 Abs. 2). In Hamburg ist das Landesrecht maßgeblich.

Bekommen auch Witwer und eingetragene Lebenspartner Hinterbliebenenversorgung?

Ja. Im Bund gelten die Vorschriften über das Witwengeld nach § 28 BeamtVG entsprechend für den Witwer einer Beamtin; an die Stelle des Witwengelds tritt das Witwergeld. § 1a BeamtVG überträgt die Regeln zur Ehe auf eingetragene Lebenspartnerschaften. Für die Höhe, die Ausschlussgründe und das Erlöschen gilt daher dasselbe wie bei der Witwe.

Was gilt für Hinterbliebene von Hamburger Landesbeamten?

Für sie gilt nicht das BeamtVG des Bundes, sondern das Hamburgische Beamtenversorgungsgesetz. Es baut wie im Bund auf dem Ruhegehalt auf, das in Hamburg nach § 16 Abs. 1 HmbBeamtVG je Dienstjahr 1,79375 Prozent der ruhegehaltfähigen Bezüge beträgt, höchstens 71,75 Prozent. Die Sätze entsprechen dem Bund: Witwen- oder Witwergeld 55 Prozent (§ 24 Abs. 1 HmbBeamtVG), bei Altehen nach den Stichtagen 60 Prozent; Waisengeld 12 Prozent für Halbwaisen und 20 Prozent für Vollwaisen (§ 28 Abs. 1 HmbBeamtVG).

Erhalten geschiedene Ehepartner Hinterbliebenenversorgung?

Eine Hinterbliebenenversorgung in Form von Witwengeld nicht, unter Umständen aber einen Unterhaltsbeitrag. Im Bund kann eine geschiedene Ehefrau, die bei fortbestehender Ehe Witwengeld erhalten hätte, nach § 22 Abs. 2 BeamtVG auf Antrag einen Unterhaltsbeitrag bekommen. Voraussetzung ist ein Anspruch auf schuldrechtlichen Versorgungsausgleich nach altem Recht; zudem muss sie erwerbsgemindert sein, ein waisengeldberechtigtes Kind erziehen oder mindestens 60 Jahre alt sein.

Quellen

  1. § 19 BeamtVG Witwengeld
    GesetzBundesministerium der Justiz · abgerufen am 27.10.2026
  2. § 20 BeamtVG Höhe des Witwengeldes
    GesetzBundesministerium der Justiz · abgerufen am 27.10.2026
  3. § 24 BeamtVG Höhe des Waisengeldes
    GesetzBundesministerium der Justiz · abgerufen am 27.10.2026
  4. § 18 BeamtVG Sterbegeld
    GesetzBundesministerium der Justiz · abgerufen am 27.10.2026
  5. § 61 BeamtVG Erlöschen der Witwen- und Waisenversorgung
    GesetzBundesministerium der Justiz · abgerufen am 27.10.2026
  6. § 16 HmbBeamtVG Höhe des Ruhegehalts (Landesrecht Hamburg)
    GesetzFreie und Hansestadt Hamburg · abgerufen am 27.10.2026

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