Fahrverbot für Fahrradfahrer

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Kurz erklärt Ein Fahrverbot für Fahrradfahrer im engeren Sinn verhängt die Fahrerlaubnisbehörde, wenn jemand zum Radfahren ungeeignet ist. Grundlage ist § 3 FeV, neu gefasst mit Wirkung vom 18.08.2026. Das Bußgeld-Fahrverbot nach § 25 StVG betrifft dagegen nur Kraftfahrzeuge, kann Radfahrer aber über Strafverfahren oder Eignungszweifel trotzdem beim Autofahren treffen.

Fahrradfahrer auf einer deutschen Straße, die Szene könnte auf ein Fahrverbot für Fahrradfahrer hindeuten, da die Eignung überprüft wird
Inhalt 3 Abschnitte

Gibt es ein Fahrverbot für Fahrradfahrer im Bußgeldverfahren?

Nicht im Sinne des bekannten Monatsfahrverbots. § 25 Abs. 1 StVG setzt eine Ordnungswidrigkeit voraus, die unter grober oder beharrlicher Verletzung der Pflichten eines Kraftfahrzeugführers begangen wurde. Ein Fahrverbot für Fahrradfahrer scheidet daher aus, denn ein Fahrrad ist kein Kraftfahrzeug. Das gilt nach § 1 Abs. 3 StVG auch für Pedelecs, deren Motor höchstens 0,25 kW leistet und bis 25 km/h unterstützt. Auch die 0,5-Promille-Grenze des § 24a StVG gilt nur für das Führen von Kraftfahrzeugen.

Bußgelder und Punkte gibt es für Radfahrer trotzdem. Laut Bußgeldkatalog (Anlage BKatV, Lfd. Nr. 132a, Stand: Oktober 2026) kostet ein Rotlichtverstoß mit dem Rad 60 Euro und bringt nach Anlage 13 FeV einen Punkt. Das Handy beim Radfahren kostet 55 Euro (Lfd. Nr. 246.4) und bleibt unter der Eintragungsgrenze von 60 Euro. Mehr dazu unter Bußgeld für Radfahrer und Handy auf dem Fahrrad. Anders ist es bei E-Scootern: Sie sind nach § 1 Abs. 1 eKFV Kraftfahrzeuge, siehe E-Scooter-Verstöße.

Wann droht nach einer Radfahrt ein Fahrverbot für das Auto?

Über das Strafrecht. Wer betrunken Rad fährt und nicht mehr sicher fahren kann, macht sich nach § 316 StGB strafbar, der jedes Fahrzeug erfasst, siehe Alkohol auf dem Fahrrad. Bei einer Verurteilung kann das Gericht nach § 44 StGB ein Fahrverbot von einem bis sechs Monaten für Kraftfahrzeuge verhängen, auch wenn die Tat nichts mit einem Auto zu tun hatte. Bei § 316 StGB ist es in der Regel anzuordnen, wenn die Fahrerlaubnis nicht entzogen wird (§ 44 Abs. 1 Satz 3 StGB).

Die Entziehung durch das Strafgericht nach § 69 StGB setzt dagegen eine Tat beim Führen eines Kraftfahrzeugs voraus. Handeln kann aber die Fahrerlaubnisbehörde: Nach § 13 Satz 1 Nr. 2 Buchst. c FeV ordnet sie eine MPU an, wenn jemand ein Fahrzeug mit 1,6 Promille oder mehr geführt hat, ausdrücklich auch ein Fahrrad. Wer das Gutachten nicht fristgerecht vorlegt, riskiert nach § 11 Abs. 8 FeV den Schluss auf Nichteignung und damit die Entziehung der Fahrerlaubnis. Wer beruflich fährt, hat dann schnell auch ein Problem mit dem Arbeitgeber, bis hin zur Kündigung wegen Verlust des Führerscheins.

Wann darf die Behörde ein Fahrverbot für Fahrradfahrer selbst aussprechen?

Die Grundlage ist § 3 FeV. Erweist sich jemand als ungeeignet oder nur bedingt geeignet zum Führen eines fahrerlaubnisfreien Fahrzeugs, muss die Behörde das Führen untersagen, beschränken oder Auflagen anordnen. Die Vorschrift wurde durch Art. 2 der Verordnung vom 12.08.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 236) mit Wirkung vom 18.08.2026 neu gefasst.

Ungeeignet ist nach § 3 Abs. 2 FeV, wer die körperlichen und geistigen Anforderungen nicht erfüllt oder beim Führen fahrerlaubnisfreier Fahrzeuge erheblich gegen Verkehrsvorschriften oder Strafgesetze verstoßen hat. Bei Zweifeln darf die Behörde ein ärztliches Gutachten oder eine MPU verlangen (§ 3 Abs. 3 FeV). Neu ist § 3 Abs. 4 FeV: Die Behörde muss berücksichtigen, dass solche Fahrzeuge regelmäßig weniger gefährlich sind als fahrerlaubnispflichtige, und Größe, Gewicht und Höchstgeschwindigkeit in die Verhältnismäßigkeit einbeziehen.

Ein solches Verbot wird im Fahreignungsregister gespeichert. Die Tilgungsfrist beträgt fünf Jahre und beginnt erst fünf Jahre nach Ablauf oder Aufhebung des Verbots (§ 29 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 Buchst. c und Abs. 5 Satz 2 StVG). Gegen die Verfügung sind Widerspruch und Klage vor dem Verwaltungsgericht möglich; wie die neue Fassung im Einzelfall ausgelegt wird, ist offen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Bußgeld-Fahrverbot nach § 25 StVG setzt eine Ordnungswidrigkeit als Kraftfahrzeugführer voraus und trifft Radfahrer deshalb nicht.
  • Nach einer Straftat wie § 316 StGB auf dem Rad kann das Gericht ein Fahrverbot von einem bis sechs Monaten für Kraftfahrzeuge verhängen (§ 44 StGB).
  • Ab 1,6 Promille auf dem Fahrrad ordnet die Fahrerlaubnisbehörde eine MPU an (§ 13 Satz 1 Nr. 2 Buchst. c FeV).
  • Ein Radfahrverbot spricht die Fahrerlaubnisbehörde nach § 3 FeV aus, der seit dem 18.08.2026 in neuer Fassung gilt.
  • Ein Rotlichtverstoß mit dem Rad kostet 60 Euro und einen Punkt (BKatV Lfd. Nr. 132a, Stand: Oktober 2026).

Häufige Fragen (11)

Gibt es ein Fahrverbot für Fahrradfahrer?

Ein Bußgeld-Fahrverbot nach § 25 StVG nicht, denn das setzt einen Verstoß als Kraftfahrzeugführer voraus. Möglich ist aber ein Fahrverbot für Kraftfahrzeuge nach § 44 StGB, wenn Du auf dem Rad eine Straftat begehst, etwa eine Trunkenheitsfahrt. Außerdem kann die Fahrerlaubnisbehörde nach § 3 FeV das Radfahren untersagen, wenn sie Dich dafür für ungeeignet hält.

Darf man bei einem Fahrverbot Fahrrad fahren?

Ja. Ein Fahrverbot nach § 25 StVG oder § 44 StGB ist kein Fahrverbot für Fahrradfahrer, es verbietet nur das Führen von Kraftfahrzeugen. Fahrräder und Pedelecs bis 25 km/h Motorunterstützung bleiben erlaubt, weil sie nach § 1 Abs. 3 StVG keine Kraftfahrzeuge sind. Nicht erlaubt sind dagegen E-Scooter, S-Pedelecs und Mofas, denn sie gelten als Kraftfahrzeuge. Wer damit fährt, riskiert eine Strafe nach § 21 StVG.

Darf man mit Fahrverbot E-Bike fahren?

Das hängt von der Art des E-Bikes ab. Ein Pedelec, dessen Motor höchstens 0,25 kW leistet und nur beim Treten bis 25 km/h unterstützt, gilt nach § 1 Abs. 3 StVG als Fahrrad und darf gefahren werden. Fährt das Rad schneller oder ohne Treten, etwa als S-Pedelec, ist es ein Kraftfahrzeug. Dann gilt das Fahrverbot auch dafür, und eine Fahrt kann nach § 21 StVG strafbar sein.

Ab wie viel Promille ist Radfahren strafbar?

Eine gesetzliche Promillegrenze für Radfahrer gibt es nicht; die 0,5-Promille-Regel des § 24a StVG gilt nur für Kraftfahrzeuge. Strafbar ist nach § 316 StGB, wer infolge von Alkohol nicht mehr sicher fahren kann. Ab welchem Wert Gerichte das ohne weitere Ausfallerscheinungen annehmen, ist eine Frage der Rechtsprechung. Unabhängig davon verlangt die Fahrerlaubnisbehörde ab 1,6 Promille eine MPU.

Kann man den Autoführerschein wegen Alkohol auf dem Fahrrad verlieren?

Ja, auf zwei Wegen. Das Strafgericht kann nach § 44 StGB ein Fahrverbot für Kraftfahrzeuge verhängen. Und die Fahrerlaubnisbehörde ordnet ab 1,6 Promille eine MPU an (§ 13 Satz 1 Nr. 2 Buchst. c FeV). Legst Du das Gutachten nicht vor oder fällt es negativ aus, kann sie die Fahrerlaubnis entziehen. Die Entziehung durch das Strafgericht nach § 69 StGB scheidet dagegen aus.

Gibt es Punkte in Flensburg für Radfahrer?

Ja, wenn der Verstoß in Anlage 13 FeV als punktepflichtig bezeichnet ist und die Geldbuße mindestens 60 Euro beträgt (§ 28 Abs. 3 Nr. 3 StVG). Ein Beispiel ist der Rotlichtverstoß mit dem Rad für 60 Euro und einen Punkt. Das Handy am Lenker kostet 55 Euro und wird deshalb nicht eingetragen. Die Punkte stehen auf demselben Konto wie die vom Autofahren.

Was ist ein Fahrverbot für Fahrradfahrer und wer verhängt es?

Ein Radfahrverbot untersagt das Führen fahrerlaubnisfreier Fahrzeuge wie Fahrrädern. Verhängt wird es nicht vom Strafgericht, sondern von der Fahrerlaubnisbehörde nach § 3 FeV. Voraussetzung ist, dass Du zum Führen solcher Fahrzeuge ungeeignet oder nur bedingt geeignet bist, etwa nach erheblichen Verstößen beim Radfahren. Dagegen kannst Du Widerspruch einlegen und Klage beim Verwaltungsgericht erheben.

Was ist die Rechtsgrundlage für ein Fahrverbot für Fahrradfahrer?

§ 3 FeV in der Fassung, die seit dem 18.08.2026 gilt. Sie beruht auf Art. 2 der Verordnung vom 12.08.2026, veröffentlicht im Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 236. Die neue Fassung beschreibt in Absatz 2, wann jemand ungeeignet ist, und verpflichtet die Behörde in Absatz 4, die geringere Gefährlichkeit fahrerlaubnisfreier Fahrzeuge zu berücksichtigen. Wie Gerichte die neue Fassung anwenden, bleibt abzuwarten.

Wie lange dauert ein Fahrverbot für Fahrradfahrer?

Für ein Fahrverbot für Fahrradfahrer sieht § 3 FeV keine feste Dauer vor. Das Verbot gilt grundsätzlich, bis Du die Eignung wieder nachweist, zum Beispiel durch ein Gutachten nach § 3 Abs. 3 Satz 2 FeV. Im Fahreignungsregister bleibt es lange sichtbar: Die Tilgungsfrist von fünf Jahren beginnt erst fünf Jahre nach Ablauf oder Aufhebung des Verbots (§ 29 Abs. 5 Satz 2 StVG).

Gilt das Fahrverbot auch für E-Scooter?

Ja. E-Scooter sind Elektrokleinstfahrzeuge und nach § 1 Abs. 1 eKFV Kraftfahrzeuge. Wer ein Fahrverbot hat, darf sie nicht fahren. Umgekehrt gelten für E-Scooter-Fahrer die Kfz-Regeln: Die 0,5-Promille-Grenze des § 24a StVG greift, und bei einem Verstoß ist in der Regel ein Fahrverbot anzuordnen (§ 25 Abs. 1 Satz 2 StVG).

Muss ich nach einer Trunkenheitsfahrt mit dem Rad eine MPU machen?

Ab 1,6 Promille ja, wenn Du eine Fahrerlaubnis hast oder beantragst. § 13 Satz 1 Nr. 2 Buchst. c FeV spricht ausdrücklich von einem Fahrzeug, erfasst also auch das Fahrrad. Unterhalb dieses Werts kann eine MPU nach § 13 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a oder b FeV in Betracht kommen, etwa bei Anzeichen für Alkoholmissbrauch oder wiederholten Alkoholfahrten. Die Behörde setzt dafür eine Frist.

Quellen

  1. § 3 FeV Einschränkung und Entziehung der Zulassung
    GesetzBundesministerium der Justiz · abgerufen am 27.10.2026
  2. § 25 StVG Fahrverbot
    GesetzBundesministerium der Justiz · abgerufen am 27.10.2026
  3. § 44 StGB Fahrverbot
    GesetzBundesministerium der Justiz · abgerufen am 27.10.2026
  4. § 13 FeV Klärung von Eignungszweifeln bei Alkoholproblematik
    GesetzBundesministerium der Justiz · abgerufen am 27.10.2026
  5. Anlage BKatV (Bußgeldkatalog)
    GesetzBundesministerium der Justiz · abgerufen am 27.10.2026

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