Urlaubsantrag abgelehnt

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Kurz erklärt Urlaubsantrag abgelehnt heißt: Dein Arbeitgeber gibt den gewünschten Zeitraum nicht frei. Nach § 7 Abs. 1 BUrlG muss er Deinen Wunsch berücksichtigen und darf ihn nur aus dringenden betrieblichen Belangen oder wegen vorrangiger Wünsche von Kollegen ablehnen. Wer trotz Ablehnung eigenmächtig in den Urlaub fährt, riskiert eine fristlose Kündigung.

Symbolbild zu Urlaubsantrag abgelehnt: Büroangestellte verlassen entspannt ihr modernes Arbeitsgebäude in Deutschland, um den verdienten Urlaubsanspruch zu nutz
Inhalt 4 Abschnitte

Urlaubsantrag abgelehnt: Wann darf der Arbeitgeber Deinen Urlaub ablehnen?

Den Zeitpunkt des Urlaubs legt der Arbeitgeber fest, er ist dabei aber gebunden. Nach § 7 Abs. 1 Satz 1 BUrlG muss er Deine Wünsche berücksichtigen. Ablehnen darf er nur aus zwei Gründen: dringende betriebliche Belange, etwa ein nicht anders zu deckender Personalausfall in der Hochsaison, oder Urlaubswünsche anderer Beschäftigter, die unter sozialen Gesichtspunkten Vorrang haben, zum Beispiel wegen schulpflichtiger Kinder.

Ein allgemeiner Hinweis auf viel Arbeit genügt dem Wortlaut nach nicht, die Belange müssen dringend sein. Eine Ausnahme ohne Abwägung enthält Satz 2: Verlangst Du Urlaub im Anschluss an eine medizinische Vorsorge- oder Rehamaßnahme, ist er zu gewähren. Das alles gilt für den gesamten Urlaubsanspruch, auch für Auszubildende (§ 2 BUrlG).

Muss die Ablehnung begründet werden, und was macht der Betriebsrat?

Eine Form oder Frist für die Antwort schreibt das Bundesurlaubsgesetz nicht vor. Es kennt auch keine Regel, nach der Schweigen als Genehmigung gilt. Bitte deshalb um eine schriftliche Antwort mit Begründung; im Streitfall muss der Arbeitgeber die Ablehnungsgründe des § 7 Abs. 1 BUrlG darlegen.

Gibt es einen Betriebsrat, bestimmt er nach § 87 Abs. 1 Nr. 5 BetrVG bei allgemeinen Urlaubsgrundsätzen und beim Urlaubsplan mit. Betriebsweite Regeln, etwa Zeiträume ohne Urlaub im Weihnachtsgeschäft, können diese Grundsätze berühren. Einigen sich Arbeitgeber und einzelner Beschäftigter nicht über die Lage des Urlaubs, kann der Betriebsrat das Thema an sich ziehen; ohne Einigung entscheidet die Einigungsstelle (§ 87 Abs. 2 BetrVG). Mehr unter Mitbestimmung des Betriebsrats.

Urlaubsantrag abgelehnt: Was passiert, wenn Du trotzdem in den Urlaub fährst?

Bei Urlaubsantrag abgelehnt ist das der riskanteste Weg. Der eigenmächtige Antritt eines nicht gewährten Urlaubs ist nach dem Bundesarbeitsgericht an sich geeignet, eine fristlose Kündigung zu rechtfertigen (BAG, Urteil vom 20.05.2021, 2 AZR 457/20, Rn. 25 und 28). Im Fall hatte ein Prozessmanager seinen Urlaub am Freitag um 23:17 Uhr beantragt und war ab Montag weggeblieben; die Kündigung hielt.

Ein Recht zur Selbstbeurlaubung bei Urlaubsantrag abgelehnt ließ das BAG offen. Es nannte den Vorrang gerichtlichen Rechtsschutzes, also Klage oder einstweilige Verfügung beim Arbeitsgericht. Auch eine Krankmeldung genau im abgelehnten Zeitraum kann Zweifel wecken, siehe Kündigung wegen vorgetäuschter Krankheit.

Verfällt der Urlaub, wenn er abgelehnt wurde?

Nicht automatisch. Urlaub ist im laufenden Jahr zu nehmen, eine Übertragung ins Folgejahr erlaubt § 7 Abs. 3 BUrlG aber bei dringenden betrieblichen oder persönlichen Gründen; dann bis zum 31. März. Mehr unter Übertragung von Resturlaub.

Zudem verfällt der gesetzliche Mindesturlaub am Jahresende in der Regel nur nach vorheriger Aufforderung des Arbeitgebers und klarem Hinweis auf den Verfall (BAG, 19.02.2019, 9 AZR 423/16). Wer Urlaub beantragt und abgelehnt wird, hat ihn nicht aus freien Stücken liegen lassen. Endet das Arbeitsverhältnis, wird offener Urlaub nach § 7 Abs. 4 BUrlG abgegolten, siehe Verfall von Urlaub.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ablehnen darf der Arbeitgeber nur wegen dringender betrieblicher Belange oder sozial vorrangiger Wünsche anderer (§ 7 Abs. 1 Satz 1 BUrlG).
  • Urlaub im Anschluss an eine Reha- oder Vorsorgemaßnahme ist auf Verlangen zu gewähren (§ 7 Abs. 1 Satz 2 BUrlG).
  • Eigenmächtiger Urlaubsantritt ist an sich ein Grund für eine fristlose Kündigung (BAG 2 AZR 457/20).
  • Übertragener Urlaub muss in den ersten 3 Monaten des Folgejahres genommen werden (§ 7 Abs. 3 Satz 3 BUrlG).
  • Der Mindesturlaub verfällt in der Regel nur nach Aufforderung und Hinweis des Arbeitgebers (BAG 9 AZR 423/16).

Häufige Fragen (10)

Urlaubsantrag abgelehnt: Muss die Ablehnung begründet werden?

Eine ausdrückliche Begründungspflicht steht nicht im Bundesurlaubsgesetz. Trotzdem braucht der Arbeitgeber einen der beiden Gründe aus § 7 Abs. 1 Satz 1 BUrlG, sonst ist die Ablehnung unberechtigt. Kommt es zum Streit vor dem Arbeitsgericht, muss er diese Gründe konkret darlegen. Frag deshalb freundlich, aber schriftlich nach, warum der Zeitraum nicht geht. Die Antwort hilft Dir auch, einen Ausweichtermin vorzuschlagen.

Muss ein Urlaubsantrag schriftlich abgelehnt werden?

Gesetzlich ist keine Form vorgeschrieben, auch eine mündliche Ablehnung wirkt. Arbeitsvertrag, Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarung können aber ein bestimmtes Verfahren vorsehen, etwa ein Formular oder ein Zeiterfassungssystem. Für Dich ist eine Ablehnung in Textform trotzdem sinnvoll, weil Du sie später belegen kannst. Das ist wichtig, wenn Du den Urlaub einklagen oder seine Übertragung ins nächste Jahr begründen willst.

Urlaubsantrag abgelehnt: Wie oft darf der Arbeitgeber das tun?

Urlaubsantrag abgelehnt: Eine Höchstzahl gibt es nicht. Jede einzelne Ablehnung braucht aber einen Grund nach § 7 Abs. 1 Satz 1 BUrlG. Am Ende muss der Urlaub im Kalenderjahr oder im Übertragungszeitraum gewährt werden; der gesetzliche Mindesturlaub beträgt 24 Werktage (§ 3 Abs. 1 BUrlG). Wer Dir jeden Wunschtermin verweigert und keinen anderen anbietet, gerät schnell in Konflikt mit dieser Pflicht.

Darf der Arbeitgeber Urlaub wegen Personalmangel ablehnen?

Personalmangel kann ein dringender betrieblicher Belang sein, wenn der Ausfall wirklich nicht anders zu überbrücken ist, etwa bei mehreren Krankmeldungen zur selben Zeit. Ob ein dauerhaft knapp besetztes Team ausreicht, beurteilt das Arbeitsgericht im Einzelfall anhand der konkreten Umstände. Der Arbeitgeber muss dann darlegen, warum gerade Dein Zeitraum nicht geht. Je konkreter er das begründen kann, desto eher trägt die Ablehnung.

Ist eine Urlaubssperre erlaubt?

Für bestimmte Zeiträume kann eine Urlaubssperre zulässig sein, wenn dringende betriebliche Belange sie tragen, etwa Inventur oder Saisonspitze. Gibt es einen Betriebsrat, ist eine betriebsweite Sperre als Teil der Urlaubsgrundsätze mitbestimmungspflichtig (§ 87 Abs. 1 Nr. 5 BetrVG). Eine Sperre darf nicht dazu führen, dass Du Deinen Jahresurlaub insgesamt nicht nehmen kannst. Wie lange sie dauern darf, regelt kein Gesetz mit einer festen Zahl.

Urlaubsantrag abgelehnt: Was kann ich tun?

Bei Urlaubsantrag abgelehnt erst das Gespräch suchen und einen Alternativtermin anbieten. Hilft das nicht, frag schriftlich nach der Begründung und wende Dich an den Betriebsrat, falls es einen gibt. Als letzter Schritt bleibt das Arbeitsgericht, bei Zeitdruck auch mit einem Antrag auf einstweilige Verfügung. Was Du nicht tun solltest: einfach fahren. Das Bundesarbeitsgericht sieht darin an sich einen Grund für eine fristlose Kündigung (2 AZR 457/20).

Urlaubsantrag abgelehnt: Darf ich krank werden?

Wer wirklich krank ist, darf und soll sich krankschreiben lassen. Fällt die Arbeitsunfähigkeit aber genau in den abgelehnten Zeitraum, kann der Arbeitgeber Zweifel anmelden und über die Krankenkasse eine Prüfung durch den Medizinischen Dienst verlangen (§ 275 Abs. 1a Satz 3 SGB V). Eine vorgetäuschte Krankheit kann eine fristlose Kündigung tragen (BAG 2 AZR 597/16). Wer im Urlaub erkrankt, bekommt die durch ärztliches Zeugnis nachgewiesenen Krankheitstage nach § 9 BUrlG nicht auf den Urlaub angerechnet.

Darf einem Azubi der Urlaub verweigert werden?

Für Auszubildende gilt das Bundesurlaubsgesetz ebenso (§ 2 BUrlG), also auch die Ablehnungsgründe des § 7 Abs. 1. Für Jugendliche unter 18 kommt § 19 JArbSchG hinzu: Berufsschülern soll der Urlaub in den Berufsschulferien gegeben werden. Liegt er außerhalb der Ferien, gibt es für jeden Berufsschultag während des Urlaubs einen weiteren Urlaubstag (§ 19 Abs. 3 JArbSchG). Eine Ablehnung braucht also auch hier einen tragfähigen Grund.

Kann man Urlaub einklagen?

Urlaubsantrag abgelehnt: Ja, über das Arbeitsgericht. Möglich ist eine Klage auf Gewährung des Urlaubs für einen bestimmten Zeitraum. Drängt die Zeit, etwa weil der Flug schon gebucht ist, kommt ein Antrag auf einstweilige Verfügung in Betracht; dafür musst Du die Eilbedürftigkeit glaubhaft machen. Das Bundesarbeitsgericht verweist ausdrücklich auf diesen gerichtlichen Weg statt der Selbstbeurlaubung (2 AZR 457/20, Rn. 30). In Hamburg ist das Arbeitsgericht Hamburg zuständig.

Was kann der Betriebsrat bei einem abgelehnten Urlaub tun?

Er kann vermitteln und, wenn Arbeitgeber und Beschäftigter sich nicht einigen, sein Mitbestimmungsrecht nach § 87 Abs. 1 Nr. 5 BetrVG nutzen. Das umfasst auch die Festsetzung der zeitlichen Lage des Urlaubs für einzelne Arbeitnehmer, wenn kein Einverständnis besteht. Kommt keine Einigung mit dem Arbeitgeber zustande, entscheidet die Einigungsstelle verbindlich (§ 87 Abs. 2 BetrVG). Ein Gespräch mit dem Betriebsrat lohnt sich deshalb früh.

Quellen

  1. § 7 BUrlG Zeitpunkt, Übertragbarkeit und Abgeltung des Urlaubs
    GesetzBundesministerium der Justiz · abgerufen am 27.10.2026
  2. BAG, Urteil vom 20.05.2021, 2 AZR 457/20 (Selbstbeurlaubung als wichtiger Grund)
    UrteilBundesarbeitsgericht · abgerufen am 27.10.2026
  3. § 87 BetrVG Mitbestimmungsrechte (Abs. 1 Nr. 5 Urlaub)
    GesetzBundesministerium der Justiz · abgerufen am 27.10.2026
  4. § 19 JArbSchG Urlaub
    GesetzBundesministerium der Justiz · abgerufen am 27.10.2026

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