Trennungsgeld
Kurz erklärt Trennungsgeld ist ein Ausgleich für Mehrkosten, wenn Beamte, Richter oder Soldaten aus dienstlichen Gründen an einen anderen Ort versetzt oder abgeordnet werden und nicht sofort umziehen. Im Bund regelt das die Trennungsgeldverordnung (TGV). Den Antrag musst Du binnen einer Ausschlussfrist von einem Jahr nach Beginn der Maßnahme schriftlich oder elektronisch stellen.

Inhalt 4 Abschnitte
Wer bekommt Trennungsgeld und wann?
Im Bund sind Bundesbeamte, Bundesrichter sowie Berufs- und Zeitsoldaten berechtigt (§ 1 TGV). Anlass sind unter anderem eine Versetzung von Beamten aus dienstlichen Gründen, die Verlegung der Behörde oder eine Abordnung, auch zur Aus- und Fortbildung. Für Landes- und Kommunalbeamte gilt das jeweilige Landesrecht. In Hamburg gibt es Trennungsgeld bei Abordnung ohne Umzugskostenzusage nach § 17 Abs. 1 HmbRKG und einer Rechtsverordnung des Senats; Einzelheiten klärt die Personalstelle.
Ist Dir eine Umzugskostenvergütung zugesagt, gibt es Trennungsgeld nur, solange Du uneingeschränkt umzugswillig bist und wegen Wohnungsmangels nicht umziehen kannst (§ 2 Abs. 1 TGV). Das Bemühen um eine Wohnung musst Du fortlaufend nachweisen. Danach darf es nur weiterlaufen, wenn ein Hinderungsgrund besteht, etwa eine schwere Erkrankung bis zu einem Jahr oder die Schulausbildung eines Kindes bis zum Ende des Schuljahres (§ 2 Abs. 2 TGV).
Wie hoch ist das Trennungsgeld?
Wie viel Trennungsgeld es gibt, hängt davon ab, ob Du täglich nach Hause fahren kannst. Unzumutbar ist das in der Regel bei mehr als 12 Stunden Abwesenheit oder mehr als 3 Stunden Fahrzeit hin und zurück (§ 3 Abs. 1 TGV). Dann erhältst Du in den ersten 14 Tagen Trennungsreisegeld wie bei einer Dienstreise. Ab dem 15. Tag gibt es Trennungstagegeld und Trennungsübernachtungsgeld nach § 8 BRKG, also ein um 50 Prozent ermäßigtes Tagegeld und die notwendigen Übernachtungskosten, wenn Du die bisherige Wohnung beibehältst (§ 3 Abs. 2 TGV). Für Heimfahrten gibt es Reisebeihilfen (§ 5 TGV). Mehr zu Dienstreisen unter Reisekosten für Beamte.
Pendelst Du täglich, bekommst Du Fahrtkosten wie bei Dienstreisen. Abgezogen werden 0,08 Euro je Entfernungskilometer und Arbeitstag für den bisherigen Weg, wenn dieser mindestens fünf Kilometer betrug (§ 6 TGV). Dazu kommt ein Verpflegungszuschuss von 2,05 Euro je Arbeitstag bei mehr als 11 Stunden Abwesenheit. Die Höchstgrenze des § 6 Abs. 4 TGV ist nicht anzuwenden, wenn Du täglich zurückkehrst und Dir das zuzumuten ist (BVerwG, Urteil vom 14.06.2012, 5 A 1.12); die klagende Beamtin bekam recht.
Welche Fristen und Pflichten musst Du beachten?
Trennungsgeld musst Du innerhalb einer Ausschlussfrist von einem Jahr nach Beginn der Maßnahme schriftlich oder elektronisch beantragen (§ 9 Abs. 1 TGV). Die monatlichen Forderungsnachweise für das Trennungsgeld unterliegen ebenfalls einer Jahresfrist.
Die Angaben müssen stimmen. Das Bundesverwaltungsgericht hat einem früheren Soldaten wegen falscher Anträge auf Trennungsgeld und Reisebeihilfen in 18 Fällen das Ruhegehalt aberkannt (Urteil vom 27.11.2025, 2 WD 36.24). Zu den Folgen siehe Disziplinarverfahren.
Ist Trennungsgeld steuerfrei?
Trennungsgeld ist weitgehend steuerfrei. Trennungsgelder aus öffentlichen Kassen sind nach § 3 Nr. 13 EStG steuerfrei, aber nur insoweit, als sie die abziehbaren Aufwendungen für doppelte Haushaltsführung und die Verpflegungspauschalen nicht übersteigen.
Das Trennungsgeld endet mit dem Tag, an dem die Voraussetzungen wegfallen (§ 8 Abs. 1 TGV), bei einem Umzug spätestens mit dem Ausladen des Umzugsguts (§ 8 Abs. 2 TGV). Wer sein Haus behalten will und auf die Umzugskostenzusage verzichtet, bekommt Reisebeihilfe nur für längstens ein Jahr (§ 5 Abs. 2 TGV). Ein Bescheid ist ein Verwaltungsakt; wer ihn angreifen will, beachtet die Fristen aus Widerspruchsverfahren im Beamtenrecht.
Das Wichtigste in Kürze
- Im Bund erhalten Beamte, Richter und Soldaten Trennungsgeld bei Versetzung, Abordnung und ähnlichen Maßnahmen (§ 1 TGV); Landesbeamte nach Landesrecht.
- Bei zugesagter Umzugskostenvergütung gibt es Trennungsgeld nur bei Umzugswilligkeit und Wohnungsmangel oder einem Hinderungsgrund (§ 2 TGV).
- Ab dem 15. Tag gibt es Trennungstagegeld und Übernachtungsgeld nach § 8 BRKG, bei täglicher Rückkehr Fahrtkosten und 2,05 Euro Verpflegungszuschuss (§§ 3, 6 TGV).
- Der Antrag ist binnen einer Ausschlussfrist von einem Jahr nach Beginn der Maßnahme zu stellen (§ 9 Abs. 1 TGV).
- Trennungsgeld ist steuerfrei, soweit es die abziehbaren Aufwendungen nicht übersteigt (§ 3 Nr. 13 EStG).
Häufige Fragen (11)
Was ist Trennungsgeld bei Beamten?
Trennungsgeld gleicht Mehrkosten aus, die entstehen, weil Du dienstlich an einem anderen Ort eingesetzt wirst und Deine bisherige Wohnung behältst. Es gibt Fahrtkosten, Tagegeld, Übernachtungsgeld und Reisebeihilfen für Heimfahrten. Im Bund ist es in der TGV geregelt, die auf dem Bundesumzugskostengesetz beruht. Die Länder haben eigene Regeln mit ähnlichem Aufbau.
Wann habe ich Anspruch auf Trennungsgeld?
Bei einer dienstlichen Maßnahme nach § 1 Abs. 2 TGV, etwa Versetzung aus dienstlichen Gründen oder Abordnung, wenn sich dadurch Dein Dienstort ändert. Ist Dir Umzugskostenvergütung zugesagt, musst Du zusätzlich uneingeschränkt umzugswillig sein und wegen Wohnungsmangels nicht umziehen können (§ 2 Abs. 1 TGV). Eine Versetzung auf eigenen Wunsch ist in § 1 Abs. 2 Nr. 1 TGV nicht genannt.
Wie lange bekommt man Trennungsgeld?
Bis die Voraussetzungen wegfallen (§ 8 Abs. 1 TGV). Mit Umzugskostenzusage endet es, wenn Du umziehst, spätestens mit dem Ausladen des Umzugsguts, oder wenn der Wohnungsmangel endet und kein Hinderungsgrund besteht. Hinderungsgründe haben eigene Grenzen, zum Beispiel ein Jahr bei schwerer Erkrankung. Verzichtest Du auf die Umzugskostenzusage, gibt es Reisebeihilfe nur für längstens ein Jahr.
Kann man Trennungsgeld rückwirkend beantragen?
Ja, innerhalb der Ausschlussfrist. Der Antrag muss binnen eines Jahres nach Beginn der Maßnahme schriftlich oder elektronisch gestellt werden (§ 9 Abs. 1 TGV im Bund). Bis dahin kannst Du auch für zurückliegende Monate abrechnen. Die monatlichen Forderungsnachweise musst Du jeweils binnen eines Jahres nach Ablauf des Monats einreichen, sonst verfällt der Anspruch für diesen Monat.
Muss Trennungsgeld versteuert werden?
Nur der Teil, der über die abziehbaren Aufwendungen hinausgeht. Trennungsgelder aus öffentlichen Kassen sind nach § 3 Nr. 13 EStG steuerfrei, soweit sie die Aufwendungen für doppelte Haushaltsführung und die Verpflegungspauschalen nicht übersteigen. Steuerfreie Beträge kannst Du nicht zusätzlich als Werbungskosten abziehen. Prüfe die Angaben in Deiner Bezügemitteilung oder Lohnsteuerbescheinigung.
Wie viel Trennungsgeld bekomme ich pro Kilometer?
Bei täglicher Rückkehr gibt es Fahrtkostenerstattung oder Wegstreckenentschädigung wie bei Dienstreisen nach dem Bundesreisekostengesetz. Davon zieht die Behörde 0,08 Euro je Entfernungskilometer und Arbeitstag für den bisherigen Arbeitsweg ab, wenn dieser mindestens fünf Kilometer betrug (§ 6 Abs. 1 TGV). Hattest Du dafür nachweislich keine Kosten, etwa weil Du zu Fuß gingst, kann der Abzug entfallen.
Gibt es Trennungsgeld auch bei Abordnung?
Ja. Die Abordnung oder Kommandierung, auch zur Aus- und Fortbildung, ist ausdrücklich ein Anlass nach § 1 Abs. 2 Nr. 6 TGV. Wird bei einer Abordnung keine Umzugskostenvergütung zugesagt, kommt es auf die Umzugswilligkeit nach § 2 Abs. 1 TGV nicht an. Entscheidend ist dann, ob Du täglich zurückkehrst oder am neuen Dienstort übernachtest.
Bekommen Soldaten Trennungsgeld?
Ja. Berufssoldaten und Soldaten auf Zeit sind nach § 1 Abs. 1 Nr. 3 TGV berechtigt. Für sie gelten dieselben Anlässe und Fristen wie für Bundesbeamte. Wie streng Fehlangaben geahndet werden, zeigt BVerwG 2 WD 36.24: Einem früheren Soldaten wurde wegen falscher Trennungsgeld- und Reisebeihilfeanträge das Ruhegehalt aberkannt.
Kann man auf Trennungsgeld verzichten?
Trennungsgeld wird nur auf Antrag gezahlt; stellst Du keinen, bekommst Du nichts. Ein ausdrücklich geregelter Verzicht betrifft die Umzugskostenvergütung: Verzichtest Du unwiderruflich darauf und ist ein Umzug dienstlich nicht erforderlich, gibt es Reisebeihilfen für Heimfahrten nur für längstens ein Jahr (§ 5 Abs. 2 TGV). Überlege den Verzicht deshalb vorher genau.
Gilt die Trennungsgeldverordnung des Bundes auch für Landesbeamte?
Nein. Die TGV gilt für Bundesbeamte, Bundesrichter und Soldaten. Für Landes- und Kommunalbeamte regelt das jeweilige Land Trennungsgeld und Umzugskosten selbst, teilweise mit Verweisen auf das Bundesrecht. Beträge, Fristen und Zuständigkeiten können deshalb abweichen. Für Hamburger Landesbeamte ist das Hamburger Landesrecht maßgeblich.
Wer zahlt Trennungsgeld?
Der Dienstherr. Welche Behörde das Trennungsgeld festsetzt und auszahlt, bestimmt im Bund die oberste Dienstbehörde (§ 9 Abs. 3 TGV). In der Praxis nennt Dir Deine Personalstelle die zuständige Abrechnungsstelle. Dort reichst Du Antrag und monatliche Forderungsnachweise ein. Gegen eine Ablehnung kannst Du Widerspruch einlegen und später vor dem Verwaltungsgericht klagen.
Quellen
Weitere Begriffe in Beamtenrecht
Kostenlose Fallprüfung
Schildere uns Deinen Fall. Wir prüfen kostenlos und unverbindlich, welche Möglichkeiten Du hast.