# Überstunden

> **Kurz erklärt:** Überstunden sind Arbeitsstunden, die über die im Arbeitsvertrag, Tarifvertrag oder in einer Betriebsvereinbarung festgelegte Arbeitszeit hinausgehen. Eine gesetzliche Definition fehlt, die Obergrenzen setzt § 3 ArbZG mit acht, ausnahmsweise zehn Stunden pro Werktag. Bezahlt werden sie nach § 612 BGB in der Regel, wenn der Arbeitgeber sie angeordnet oder veranlasst hat.

- Thema: [Arbeitsrecht](https://cleverlaw.de/rechtslexikon/thema/arbeitsrecht/)
- Verfasst von: [Redaktion Kanzlei CleverLaw](https://cleverlaw.de/rechtslexikon/redaktion/)
- Stand: 28.10.2026
- Quelle: https://cleverlaw.de/rechtslexikon/ueberstunden/

## Musst Du Überstunden machen?

Nicht automatisch. Das Weisungsrecht nach § 106 GewO erlaubt dem Arbeitgeber, die Arbeitszeit näher zu bestimmen, soweit der Vertrag nichts festlegt. Eine Pflicht zu Überstunden ergibt sich deshalb meist erst aus dem [Arbeitsvertrag](https://cleverlaw.de/rechtslexikon/arbeitsvertrag/), einem [Tarifvertrag](https://cleverlaw.de/rechtslexikon/tarifvertrag/) oder einer Betriebsvereinbarung. Gibt es einen Betriebsrat, bestimmt er bei der vorübergehenden Verlängerung der betriebsüblichen Arbeitszeit nach § 87 Abs. 1 Nr. 3 BetrVG mit.

Auch eine vertragliche Pflicht hat Grenzen. Nach [§ 3 ArbZG](https://www.gesetze-im-internet.de/arbzg/__3.html) darfst Du werktäglich höchstens acht Stunden arbeiten. Zehn Stunden sind nur erlaubt, wenn innerhalb von sechs Kalendermonaten oder 24 Wochen im Schnitt acht Stunden nicht überschritten werden. Mehr dazu unter [Höchstarbeitszeit](https://cleverlaw.de/rechtslexikon/hoechstarbeitszeit/). Arbeitszeit über acht Stunden muss der Arbeitgeber nach § 16 Abs. 2 ArbZG aufzeichnen. Seit dem Beschluss des BAG vom 13.09.2022 (1 ABR 22/21) ist er außerdem verpflichtet, Beginn und Ende der gesamten Arbeitszeit zu erfassen, siehe [Arbeitszeiterfassung](https://cleverlaw.de/rechtslexikon/arbeitszeiterfassung/).

Für Beamte gelten eigene Regeln, siehe [Mehrarbeit von Beamten](https://cleverlaw.de/rechtslexikon/mehrarbeit-von-beamten/).

## Wann werden Überstunden bezahlt?

Fehlt eine Regel im Vertrag, hilft § 612 Abs. 1 BGB: Eine Vergütung gilt als stillschweigend vereinbart, wenn die Arbeit nur gegen Bezahlung zu erwarten ist. Das ist in weiten Teilen des Arbeitslebens der Fall. Eine Ausnahme machte das BAG bei Diensten höherer Art und bei deutlich herausgehobener Vergütung. Von Letzterer ist regelmäßig auszugehen, wenn das Entgelt die Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung überschreitet ([BAG, Urteil vom 22.02.2012, 5 AZR 765/10](https://www.bundesarbeitsgericht.de/entscheidung/5-azr-765-10/)). Im entschiedenen Fall bekam der Lagerleiter einer Spedition 968 Überstunden bezahlt.

Klauseln wie „Überstunden sind mit dem Gehalt abgegolten“ sind häufig unwirksam. Das BAG verlangt, dass der Vertrag erkennen lässt, wie viele Überstunden ohne Zusatzvergütung geschuldet sind (Urteil vom 01.09.2010, 5 AZR 517/09). Details unter [pauschale Abgeltung von Überstunden](https://cleverlaw.de/rechtslexikon/pauschale-abgeltung-von-ueberstunden/).

Einen gesetzlichen Anspruch auf Überstundenzuschläge gibt es nicht, sie stammen meist aus Tarifverträgen. Wo es sie gibt, dürfen Teilzeitkräfte nicht benachteiligt werden: Ein Tarifvertrag, der Zuschläge erst ab der Vollzeitgrenze zahlt, verstößt ohne sachlichen Grund gegen § 4 Abs. 1 TzBfG (BAG, Urteil vom 05.12.2024, 8 AZR 370/20).

## Wie weist Du Überstunden nach?

Im Prozess trägst Du die Beweislast. Du musst darlegen, an welchen Tagen Du wann gearbeitet hast und dass der Arbeitgeber die Überstunden veranlasst hat. Das BAG hält daran auch nach dem Urteil des EuGH zur Zeiterfassung fest ([Urteil vom 04.05.2022, 5 AZR 359/21](https://www.bundesarbeitsgericht.de/entscheidung/5-azr-359-21/)). Der klagende Fahrer verlor, weil er die Veranlassung nicht ausreichend vorgetragen hatte.

Praktisch heißt das: Notiere Beginn, Ende und Pausen jeden Tag und halte fest, wer die Mehrarbeit angeordnet oder gebilligt hat. E-Mails mit Aufträgen nach Feierabend helfen. Läuft im Betrieb ein [Arbeitszeitkonto](https://cleverlaw.de/rechtslexikon/arbeitszeitkonto/), prüfe regelmäßig die Salden.

Zeit spielt gegen Dich. Lohnansprüche verjähren nach § 195 BGB in drei Jahren ab Jahresende. Viele Arbeits- und Tarifverträge enthalten aber deutlich kürzere [Ausschlussfristen](https://cleverlaw.de/rechtslexikon/ausschlussfristen/), nach deren Ablauf der Anspruch verfällt.

## Was gilt beim Mindestlohn und bei Steuern?

Für Arbeitszeitkonten setzt § 2 Abs. 2 MiLoG eine Grenze. Stunden über der vereinbarten Arbeitszeit müssen spätestens innerhalb von zwölf Kalendermonaten nach ihrer monatlichen Erfassung durch Freizeit oder Bezahlung mindestens in Höhe des [Mindestlohns](https://cleverlaw.de/rechtslexikon/mindestlohn/) ausgeglichen werden. Das Konto muss schriftlich vereinbart sein.

Steuerlich sind Überstundenvergütungen und Überstundenzuschläge nach dem Einkommensteuergesetz (Stand: Oktober 2026) normaler Arbeitslohn. Steuerfrei sind nach [§ 3b EStG](https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__3b.html) nur Zuschläge für Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit bis zu bestimmten Prozentsätzen.

Endet das Arbeitsverhältnis, sind offene Stunden auszugleichen. Mehr dazu unter [Überstunden bei Kündigung](https://cleverlaw.de/rechtslexikon/ueberstunden-bei-kuendigung/).

## Aus der Praxis

Ein mögliches Szenario: Ein Monteur aus Hamburg-Harburg arbeitet über ein Jahr regelmäßig zehn statt acht Stunden täglich, weil die Baustellen es verlangen. Sein Vertrag sagt nur „Überstunden sind mit dem Gehalt abgegolten“. Nach der Kündigung verlangt er rund 400 Stunden Vergütung. Der Arbeitgeber bestreitet, die Stunden angeordnet zu haben. Entscheidend wird, ob der Monteur Tag für Tag Beginn, Ende und die Anweisungen des Bauleiters belegen kann und ob Ausschlussfristen im Vertrag greifen.

## Das Wichtigste in Kürze

- Eine Pflicht zu Überstunden folgt meist erst aus Vertrag, Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarung, die Grenzen setzt § 3 ArbZG.
- Nach § 612 Abs. 1 BGB sind Überstunden in der Regel zu bezahlen, bei Gehältern über der Beitragsbemessungsgrenze meist nicht (BAG 5 AZR 765/10).
- Pauschale Abgeltungsklauseln ohne Stundenzahl sind intransparent und unwirksam (BAG 5 AZR 517/09).
- Im Prozess musst Du Leistung und Veranlassung der Überstunden darlegen (BAG 5 AZR 359/21).
- Lohnansprüche verjähren nach drei Jahren, vertragliche Ausschlussfristen können deutlich kürzer sein.

## Häufige Fragen

### Wer darf Überstunden anordnen?

Der Arbeitgeber oder eine von ihm beauftragte Führungskraft, aber nur im Rahmen von Arbeitsvertrag, Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarung. Sieht keiner davon Überstunden vor, besteht in der Regel keine Pflicht dazu. Gibt es einen Betriebsrat, muss er nach § 87 Abs. 1 Nr. 3 BetrVG der vorübergehenden Verlängerung der betriebsüblichen Arbeitszeit zustimmen. Ordnet der Arbeitgeber ohne diese Beteiligung an, kann das die Anordnung der Überstunden angreifbar machen.

### Welche Überstunden muss der Arbeitgeber bezahlen?

Bezahlt werden müssen Überstunden, die der Arbeitgeber angeordnet, gebilligt, geduldet oder als notwendig veranlasst hat. Steht im Vertrag nichts zur Vergütung, gilt nach § 612 Abs. 1 BGB eine Bezahlung als vereinbart, wenn sie den Umständen nach zu erwarten ist. Ausnahmen gelten für Dienste höherer Art und Gehälter über der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung. Stunden, von denen der Arbeitgeber nichts wusste und die er nicht veranlasst hat, muss er in der Regel nicht bezahlen.

### Was bedeutet „Überstunden sind mit dem Gehalt abgegolten“?

Die Klausel soll Mehrarbeit ohne Zusatzlohn abdecken. Wirksam ist sie nur, wenn der Vertrag klar sagt, wie viele Überstunden davon erfasst sind, etwa „bis zu zehn Stunden im Monat“. Eine Pauschalklausel ohne Grenze verstößt gegen das Transparenzgebot des § 307 Abs. 1 Satz 2 BGB, so das BAG im Urteil vom 01.09.2010 (5 AZR 517/09). Dann gilt § 612 BGB, und die Stunden sind in der Regel zu bezahlen.

### Wie viele Überstunden sind erlaubt?

Das Arbeitszeitgesetz begrenzt die Arbeitszeit, nicht die Überstunden. Nach § 3 ArbZG sind werktäglich acht Stunden zulässig, bis zu zehn Stunden, wenn im Durchschnitt von sechs Monaten oder 24 Wochen acht Stunden pro Werktag nicht überschritten werden. Bei sechs Werktagen sind das im Schnitt 48 Wochenstunden. Tarifverträge können nach § 7 ArbZG abweichen. Für leitende Angestellte gilt das Gesetz nach § 18 ArbZG nicht.

### Sind Überstunden ab 2026 steuerfrei?

Nach dem Einkommensteuergesetz in der Fassung von Oktober 2026 nicht. Überstundenvergütung und Überstundenzuschläge sind normaler Arbeitslohn und unterliegen Lohnsteuer und Sozialabgaben. Steuerfrei sind nach § 3b EStG nur Zuschläge für tatsächlich geleistete Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit, etwa 25 Prozent für Nachtarbeit und 50 Prozent für Sonntagsarbeit. Gesetzesänderungen solltest Du vor der Abrechnung prüfen.

### Wann verfallen Überstunden?

Ein gesetzlicher Verfall nach festen Monaten existiert nicht. Vergütungsansprüche verjähren nach § 195 BGB in drei Jahren, beginnend mit dem Ende des Jahres, in dem sie entstanden sind. Kürzer wird es, wenn Dein Arbeits- oder Tarifvertrag Ausschlussfristen enthält. Für Stunden auf einem Arbeitszeitkonto gilt beim Mindestlohn außerdem § 2 Abs. 2 MiLoG: Ausgleich spätestens binnen zwölf Kalendermonaten.

### Wer muss Überstunden nachweisen?

Im Streit um die Bezahlung der Arbeitnehmer. Nach der Rechtsprechung des BAG musst Du darlegen, dass Du über die Normalarbeitszeit hinaus gearbeitet hast und dass der Arbeitgeber das veranlasst hat. Daran hat das Gericht auch nach dem EuGH-Urteil zur Arbeitszeiterfassung festgehalten (5 AZR 359/21). Tägliche Notizen zu Beginn, Ende, Pausen und Anweisungen erleichtern den Nachweis erheblich.

### Werden Überstunden bei Teilzeit anders behandelt?

Teilzeitkräfte leisten Überstunden, sobald sie über ihre vertragliche Stundenzahl hinaus arbeiten. Bei Zuschlägen dürfen sie nicht schlechter stehen als Vollzeitkräfte. Das BAG hat am 05.12.2024 entschieden, dass eine tarifliche Regel, die Zuschläge erst ab Überschreiten der Vollzeitarbeitszeit zahlt, ohne sachlichen Grund gegen § 4 Abs. 1 TzBfG verstößt (8 AZR 370/20). Sind überwiegend Frauen betroffen, kann zusätzlich eine Benachteiligung nach dem AGG vorliegen.

### Kann ich Überstunden abfeiern statt auszahlen lassen?

Das hängt von der Vereinbarung ab. Gibt es ein Arbeitszeitkonto oder eine Regel im Tarifvertrag, bestimmt diese, ob Freizeitausgleich oder Auszahlung erfolgt. Fehlt eine Regel, steht Dir nach § 612 BGB grundsätzlich Geld zu, Freizeitausgleich setzt dann eine Einigung voraus. Wann Du abfeiern darfst, legt der Arbeitgeber nach billigem Ermessen fest, ein Betriebsrat kann mitbestimmen.

### Was passiert mit Überstunden bei Kündigung?

Offene Überstunden müssen am Ende des Arbeitsverhältnisses ausgeglichen werden, entweder durch Freistellung während der Kündigungsfrist oder durch Auszahlung. Bei einem Mindestlohnkonto verlangt § 2 Abs. 2 MiLoG den Ausgleich spätestens im Folgemonat nach der Beendigung. Achte auf Ausschlussfristen und darauf, dass ein Aufhebungsvertrag oder eine Ausgleichsquittung keine Klausel enthält, die Überstunden für erledigt erklärt.

### Ist Mehrarbeit das Gleiche wie Überstunden?

Im Alltag werden beide Begriffe gleich verwendet. Manche Tarifverträge und das Schrifttum unterscheiden aber: Überstunden überschreiten die vertragliche Arbeitszeit, Mehrarbeit die gesetzliche Höchstarbeitszeit des ArbZG. Entscheidend ist, wie Dein Arbeits- oder Tarifvertrag die Begriffe verwendet, denn davon hängen Zuschläge und Ausgleich ab. Für Beamte ist Mehrarbeit ein eigener Begriff des Beamtenrechts.

## Quellen

1. [§ 3 ArbZG Arbeitszeit der Arbeitnehmer](https://www.gesetze-im-internet.de/arbzg/__3.html), Bundesministerium der Justiz, abgerufen am 27.10.2026
2. [§ 612 BGB Vergütung](https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__612.html), Bundesministerium der Justiz, abgerufen am 27.10.2026
3. [BAG, Urteil vom 04.05.2022, 5 AZR 359/21 (Darlegungslast)](https://www.bundesarbeitsgericht.de/entscheidung/5-azr-359-21/), Bundesarbeitsgericht, abgerufen am 27.10.2026
4. [BAG, Urteil vom 22.02.2012, 5 AZR 765/10 (Vergütungserwartung)](https://www.bundesarbeitsgericht.de/entscheidung/5-azr-765-10/), Bundesarbeitsgericht, abgerufen am 27.10.2026
5. [BAG, Urteil vom 05.12.2024, 8 AZR 370/20 (Zuschläge bei Teilzeit)](https://www.bundesarbeitsgericht.de/entscheidung/8-azr-370-20/), Bundesarbeitsgericht, abgerufen am 27.10.2026
6. [§ 2 MiLoG Fälligkeit des Mindestlohns](https://www.gesetze-im-internet.de/milog/__2.html), Bundesministerium der Justiz, abgerufen am 27.10.2026

## Verwandte Begriffe

- [Überstundenvergütung](https://cleverlaw.de/rechtslexikon/ueberstundenverguetung/)
- [Pauschale Abgeltung von Überstunden](https://cleverlaw.de/rechtslexikon/pauschale-abgeltung-von-ueberstunden/)
- [Arbeitszeitkonto](https://cleverlaw.de/rechtslexikon/arbeitszeitkonto/)
- [Arbeitszeitgesetz (ArbZG)](https://cleverlaw.de/rechtslexikon/arbeitszeitgesetz-arbzg/)
- [Arbeitszeiterfassung](https://cleverlaw.de/rechtslexikon/arbeitszeiterfassung/)
- [Minusstunden](https://cleverlaw.de/rechtslexikon/minusstunden/)

> Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine anwaltliche Beratung im Einzelfall. Ob und wie die beschriebenen Regeln in Ihrer Situation greifen, hängt von den Umständen ab. Für eine Einschätzung Ihres Falls sprechen Sie uns gern an.
