# Tarifliche Kündigungsfrist

> **Kurz erklärt:** Eine tarifliche Kündigungsfrist ist eine Kündigungsfrist, die ein Tarifvertrag abweichend vom Gesetz festlegt. Nach § 622 Abs. 4 BGB dürfen Tarifparteien die gesetzlichen Fristen verlängern und auch verkürzen. Die Frist gilt bei beiderseitiger Tarifbindung, bei Allgemeinverbindlichkeit oder wenn der Arbeitsvertrag im Geltungsbereich des Tarifvertrags auf ihn verweist.

- Thema: [Kündigung](https://cleverlaw.de/rechtslexikon/thema/kuendigung/)
- Verfasst von: [Redaktion Kanzlei CleverLaw](https://cleverlaw.de/rechtslexikon/redaktion/)
- Stand: 28.10.2026
- Quelle: https://cleverlaw.de/rechtslexikon/tarifliche-kuendigungsfrist/

## Was ist eine tarifliche Kündigungsfrist?

Das Gesetz kennt eine Grundfrist von vier Wochen zum 15. oder zum Monatsende ([§ 622 Abs. 1 BGB](https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__622.html)). Für die [Kündigungsfrist für Arbeitgeber](https://cleverlaw.de/rechtslexikon/kuendigungsfrist-fuer-arbeitgeber/) steigt sie mit der Betriebszugehörigkeit bis auf sieben Monate nach 20 Jahren (Abs. 2), in einer vereinbarten Probezeit von höchstens sechs Monaten sind es zwei Wochen (Abs. 3).

Von all dem darf ein [Tarifvertrag](https://cleverlaw.de/rechtslexikon/tarifvertrag/) abweichen (§ 622 Abs. 4 Satz 1 BGB). Die tarifliche Kündigungsfrist kann länger oder kürzer ausfallen als die gesetzliche, andere Termine wählen oder auf eine Staffelung ganz verzichten. Das ist der wesentliche Unterschied zum Arbeitsvertrag: Einzelvertraglich darf die Grundfrist nur in engen Ausnahmen unterschritten werden (§ 622 Abs. 5 BGB), siehe [vertragliche Kündigungsfrist](https://cleverlaw.de/rechtslexikon/vertragliche-kuendigungsfrist/).

## Wann gilt die tarifliche Kündigungsfrist für Dein Arbeitsverhältnis?

Es gibt drei Wege. Erstens die beiderseitige Tarifbindung: Du bist Gewerkschaftsmitglied, Dein Arbeitgeber gehört dem Arbeitgeberverband an oder hat selbst den Tarifvertrag geschlossen (§§ 3, 4 Abs. 1 TVG). Zweitens die [Allgemeinverbindlichkeit](https://cleverlaw.de/rechtslexikon/allgemeinverbindlichkeit/) nach § 5 TVG, die den Tarifvertrag auf alle Arbeitsverhältnisse der Branche erstreckt. Drittens die Bezugnahme im Arbeitsvertrag, die nach § 622 Abs. 4 Satz 2 BGB aber nur im Geltungsbereich des Tarifvertrags wirkt.

Das zeigt ein [Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 29.09.2011 (2 AZR 177/10)](https://www.bundesarbeitsgericht.de/entscheidung/2-azr-177-10/). Eine Servicekraft der Systemgastronomie war über den Arbeitsvertrag an den Manteltarifvertrag gebunden. Dessen Regel, Beschäftigungszeiten vor dem 25. Geburtstag nicht mitzuzählen, war unionsrechtswidrig. Statt zum 30.04. endete das Arbeitsverhältnis deshalb erst zum 30.06.2009.

## Welche Fristen gelten nach dem TVöD?

Ein bekanntes Beispiel ist [§ 34 TVöD](https://www.kavsh.de/download/broschuerenfassung-tvoed-bt-v-10.-aufl-2025) (Fassung ÄndTV Nr. 22, Stand 01.01.2026). In den ersten sechs Monaten gelten zwei Wochen zum Monatsschluss. Danach richtet sich die Frist nach der Beschäftigungszeit: bis zu einem Jahr ein Monat zum Monatsschluss, ab mehr als einem Jahr sechs Wochen, ab fünf Jahren drei Monate, ab acht Jahren vier, ab zehn Jahren fünf und ab zwölf Jahren sechs Monate, jeweils zum Quartalsende. Die tarifliche Kündigungsfrist gilt für beide Seiten.

Für die Kündigungsfrist zählt nur die Zeit beim selben Arbeitgeber (§ 34 Abs. 1 Satz 2 in Verbindung mit Abs. 3 Satz 1 und 2 TVöD). Wechselzeiten bei anderen öffentlichen Arbeitgebern nach Abs. 3 Satz 3 und 4 wirken nur für andere Ansprüche. Wer bei der VKA im Tarifgebiet West oder beim Bund beschäftigt ist, 40 Jahre alt ist und mehr als 15 Jahre Beschäftigungszeit hat, ist ordentlich [unkündbar](https://cleverlaw.de/rechtslexikon/unkuendbarkeit/) (§ 34 Abs. 2 TVöD).

## Worauf solltest Du bei tariflichen Fristen achten?

Für die tarifliche Kündigungsfrist haben Tarifparteien weiten Spielraum. Das Bundesarbeitsgericht hat am 24.10.2019 (2 AZR 158/18) gebilligt, dass ein Tarifvertrag für Hafenarbeiter verkürzte Fristen davon abhängig machte, ob ein Sozialplan gilt. Grenzen setzen höherrangiges Recht und das Diskriminierungsverbot.

Finde zuerst heraus, welcher Tarifvertrag Deine tarifliche Kündigungsfrist regelt. Der Arbeitgeber muss die anwendbaren Tarifverträge im Betrieb bekannt machen (§ 8 TVG), und Dein Arbeitsvertrag oder Nachweis muss auf sie hinweisen (§ 2 Abs. 1 NachwG, Nr. 15 der Liste). Dann prüfe, an welchen Zeitraum die Staffel anknüpft und zu welchem Termin gekündigt werden darf. Für die Rechnung selbst hilft [Kündigungsfrist berechnen](https://cleverlaw.de/rechtslexikon/kuendigungsfrist-berechnen/).

## Aus der Praxis

Eine Verwaltungsangestellte arbeitet seit sieben Jahren bei einer Hamburger Kommune, davor war sie vier Jahre beim Land beschäftigt. Ihr Arbeitgeber kündigt am 20. Februar betriebsbedingt zum 30. Juni. Sie meint, mit elf Jahren im öffentlichen Dienst stünden ihr fünf Monate zum Quartalsende zu, also der 30. September. Nach § 34 TVöD zählen für die Kündigungsfrist aber nur die sieben Jahre bei der Kommune: drei Monate zum Quartalsende, der 30. Juni ist damit eingehalten. Ob die Kündigung im Übrigen sozial gerechtfertigt ist, muss sie binnen drei Wochen klären lassen. Das hängt von Sozialauswahl und Personalratsbeteiligung ab.

## Das Wichtigste in Kürze

- § 622 Abs. 4 BGB erlaubt Tarifverträgen, die gesetzlichen Kündigungsfristen zu verlängern oder zu verkürzen.
- Die tarifliche Frist gilt bei beiderseitiger Tarifbindung, bei Allgemeinverbindlichkeit oder per Bezugnahme im Geltungsbereich (§ 622 Abs. 4 Satz 2 BGB).
- Im TVöD gelten nach 6 Monaten 1 Monat zum Monatsschluss, ab 5 Jahren 3 Monate und ab 12 Jahren 6 Monate zum Quartalsende (§ 34 Abs. 1 TVöD).
- Für die TVöD-Kündigungsfrist zählt nur die Beschäftigungszeit beim selben Arbeitgeber (§ 34 Abs. 3 Satz 1 und 2 TVöD).

## Häufige Fragen

### Was bedeutet tarifliche Kündigungsfrist?

Gemeint ist eine Kündigungsfrist, die nicht im Gesetz oder im Arbeitsvertrag steht, sondern in einem Tarifvertrag, etwa im Manteltarifvertrag einer Branche. Sie ersetzt die gesetzlichen Fristen des § 622 Abs. 1 bis 3 BGB, wenn der Tarifvertrag auf Dein Arbeitsverhältnis anwendbar ist. Das kann für Dich günstiger oder ungünstiger sein, weil Tarifverträge auch kürzere Fristen vorsehen dürfen (§ 622 Abs. 4 BGB).

### Wie lange ist die tarifliche Kündigungsfrist?

Die tarifliche Kündigungsfrist hängt vom jeweiligen Tarifvertrag ab, eine einheitliche Antwort gibt es nicht. Im TVöD sind es zum Beispiel in den ersten sechs Monaten zwei Wochen zum Monatsschluss, danach je nach Beschäftigungszeit ein Monat zum Monatsschluss bis sechs Monate zum Quartalsende (§ 34 Abs. 1 TVöD). Andere Branchen wie Bau, Metall oder Gebäudereinigung haben eigene Regeln. Maßgeblich ist immer die aktuelle Fassung des Tarifvertrags.

### Darf ein Tarifvertrag kürzere Kündigungsfristen als das Gesetz vorsehen?

Ja. § 622 Abs. 4 Satz 1 BGB erlaubt den Tarifparteien ausdrücklich, von den Absätzen 1 bis 3 abzuweichen, also auch nach unten. Das Bundesarbeitsgericht hat das am 24.10.2019 (2 AZR 158/18) bestätigt und sogar verkürzte Fristen gebilligt, die an die Geltung eines Sozialplans anknüpfen. Unwirksam sind tarifliche Regeln aber, wenn sie gegen höherrangiges Recht verstoßen, etwa gegen das Verbot der Altersdiskriminierung.

### Gilt die tarifliche Kündigungsfrist auch ohne Gewerkschaftsmitgliedschaft?

Das ist möglich, und zwar auf zwei Wegen. Ist der Tarifvertrag für allgemeinverbindlich erklärt, gilt er für alle Arbeitsverhältnisse in seinem Geltungsbereich (§ 5 Abs. 4 TVG). Außerdem können Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Anwendung im Arbeitsvertrag vereinbaren. Nach § 622 Abs. 4 Satz 2 BGB gelten die abweichenden tariflichen Fristen dann auch ohne Tarifbindung, aber nur, wenn das Arbeitsverhältnis in den Geltungsbereich fällt.

### Was gilt, wenn Arbeitsvertrag und Tarifvertrag unterschiedliche Fristen nennen?

Gilt der Tarifvertrag kraft Tarifbindung, wirkt er unmittelbar und zwingend (§ 4 Abs. 1 TVG). Abweichende Vereinbarungen sind nur zulässig, wenn der Tarifvertrag sie gestattet oder sie für Dich günstiger sind (§ 4 Abs. 3 TVG). Ob eine längere Frist günstiger ist, lässt sich nicht pauschal sagen, weil sie auch Deine eigene Kündigung erschweren kann. Bei bloßer Bezugnahme kommt es auf die Auslegung des Arbeitsvertrags an.

### Gilt die tarifliche Kündigungsfrist auch, wenn ich selbst kündige?

Das hängt vom Tarifvertrag ab. Manche Regelungen gelten für beide Seiten gleich, so auch § 34 Abs. 1 TVöD. Manche Tarifverträge unterscheiden aber zwischen Kündigung durch Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Fehlt eine eigene Regel für Arbeitnehmer, gilt für Dich die gesetzliche Grundfrist von vier Wochen zum 15. oder Monatsende nach § 622 Abs. 1 BGB. Lies deshalb den genauen Wortlaut der Fristenregelung nach.

### Wie lange ist die Kündigungsfrist im TVöD?

In den ersten sechs Monaten zwei Wochen zum Monatsschluss. Danach gilt nach § 34 Abs. 1 TVöD je nach Beschäftigungszeit: bis zu einem Jahr ein Monat zum Monatsschluss, mehr als ein Jahr sechs Wochen, ab fünf Jahren drei Monate, ab acht Jahren vier, ab zehn Jahren fünf und ab zwölf Jahren sechs Monate, jeweils zum Schluss eines Kalendervierteljahres. Die Fristen gelten für Arbeitgeber und Beschäftigte gleichermaßen.

### Zählt die Zeit bei einem anderen öffentlichen Arbeitgeber für die Kündigungsfrist mit?

Für die Kündigungsfrist nein. § 34 Abs. 1 Satz 2 TVöD verweist nur auf die Beschäftigungszeit nach Absatz 3 Satz 1 und 2, also die Zeit beim selben Arbeitgeber. Die Anrechnung von Zeiten bei anderen Arbeitgebern im Geltungsbereich des TVöD oder anderen öffentlich-rechtlichen Arbeitgebern nach Absatz 3 Satz 3 und 4 gilt nur für andere Ansprüche. Dasselbe gilt für die Unkündbarkeit nach § 34 Abs. 2 TVöD.

### Ab wann ist man im TVöD unkündbar?

Nach § 34 Abs. 2 TVöD mit Vollendung des 40. Lebensjahres und mehr als 15 Jahren Beschäftigungszeit beim selben Arbeitgeber. Das gilt für Beschäftigte von Mitgliedern eines VKA-Mitgliedverbands im Tarifgebiet West und für Beschäftigte des Bundes. Dann ist nur noch eine Kündigung aus wichtigem Grund möglich. Wer schon nach den bis 30.09.2005 geltenden Regeln unkündbar war, behält diesen Status.

### Gilt in der Probezeit die tarifliche Kündigungsfrist?

Wenn der Tarifvertrag eine eigene Probezeitregel enthält, ja. Der TVöD sieht für die ersten sechs Monate zwei Wochen zum Monatsschluss vor (§ 34 Abs. 1 Satz 1 TVöD). Fehlt eine tarifliche Regel, gilt § 622 Abs. 3 BGB: zwei Wochen zu jedem beliebigen Tag während einer vereinbarten Probezeit von höchstens sechs Monaten. Auch hier darf ein Tarifvertrag nach § 622 Abs. 4 BGB abweichen.

### Wo finde ich meine tarifliche Kündigungsfrist?

Zuerst im Arbeitsvertrag oder im Nachweis über die wesentlichen Vertragsbedingungen. Er muss die Kündigungsfristen und einen Hinweis auf anwendbare Tarifverträge enthalten (§ 2 Abs. 1 NachwG, Nr. 14 und 15 der Liste). Den Tarifvertrag selbst muss der Arbeitgeber im Betrieb bekannt machen (§ 8 TVG). Fragen kannst Du auch beim Betriebs- oder Personalrat oder, wenn Du Mitglied bist, bei der Gewerkschaft.

## Quellen

1. [§ 622 BGB Kündigungsfristen bei Arbeitsverhältnissen](https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__622.html), Bundesministerium der Justiz, abgerufen am 27.10.2026
2. [TVöD-AT Lesefassung (ÄndTV Nr. 22, Stand 01.01.2026), § 34 Kündigung des Arbeitsverhältnisses](https://www.kavsh.de/download/broschuerenfassung-tvoed-bt-v-10.-aufl-2025), Kommunaler Arbeitgeberverband Schleswig-Holstein, abgerufen am 27.10.2026
3. [BAG, Urteil vom 24.10.2019, 2 AZR 158/18 (tarifliche Verkürzung der Kündigungsfristen)](https://www.bundesarbeitsgericht.de/entscheidung/2-azr-158-18/), Bundesarbeitsgericht, abgerufen am 27.10.2026
4. [BAG, Urteil vom 29.09.2011, 2 AZR 177/10 (Bezugnahme auf tarifliche Kündigungsfrist, Altersgrenze 25)](https://www.bundesarbeitsgericht.de/entscheidung/2-azr-177-10/), Bundesarbeitsgericht, abgerufen am 27.10.2026
5. [§ 4 TVG Wirkung der Rechtsnormen](https://www.gesetze-im-internet.de/tvg/__4.html), Bundesministerium der Justiz, abgerufen am 27.10.2026

## Verwandte Begriffe

- [Tarifvertrag](https://cleverlaw.de/rechtslexikon/tarifvertrag/)
- [Kündigungsfrist für Arbeitgeber](https://cleverlaw.de/rechtslexikon/kuendigungsfrist-fuer-arbeitgeber/)
- [Kündigungsfrist im öffentlichen Dienst (TVöD)](https://cleverlaw.de/rechtslexikon/kuendigungsfrist-im-oeffentlichen-dienst/)
- [Vertragliche Kündigungsfrist](https://cleverlaw.de/rechtslexikon/vertragliche-kuendigungsfrist/)
- [TVöD](https://cleverlaw.de/rechtslexikon/tvoed/)
- [Unkündbarkeit](https://cleverlaw.de/rechtslexikon/unkuendbarkeit/)

> Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine anwaltliche Beratung im Einzelfall. Ob und wie die beschriebenen Regeln in Ihrer Situation greifen, hängt von den Umständen ab. Für eine Einschätzung Ihres Falls sprechen Sie uns gern an.
