# Lohnpfändung

> **Kurz erklärt:** Die Lohnpfändung ist der Zugriff eines Gläubigers auf Dein Arbeitseinkommen über einen Pfändungs- und Überweisungsbeschluss, den der Arbeitgeber erhält. Sie richtet sich nach §§ 829, 850 bis 850k ZPO. Seit 01.07.2026 bleiben ohne Unterhaltspflichten monatlich 1.587,40 Euro netto unpfändbar, darüber wird ein Teil an den Gläubiger abgeführt.

- Thema: [Arbeitsrecht](https://cleverlaw.de/rechtslexikon/thema/arbeitsrecht/)
- Verfasst von: [Redaktion Kanzlei CleverLaw](https://cleverlaw.de/rechtslexikon/redaktion/)
- Stand: 28.10.2026
- Quelle: https://cleverlaw.de/rechtslexikon/lohnpfaendung/

## Wie läuft eine Lohnpfändung ab?

Der Gläubiger braucht zuerst einen Titel, etwa ein Urteil oder einen [Vollstreckungsbescheid](https://cleverlaw.de/rechtslexikon/vollstreckungsbescheid/). Damit beantragt er beim Amtsgericht als Vollstreckungsgericht einen Pfändungs- und Überweisungsbeschluss (§ 828 ZPO). Zur Lohnpfändung wirst Du vorher nicht angehört (§ 834 ZPO). Mit der Zustellung an den Arbeitgeber ist die Pfändung bewirkt ([§ 829 Abs. 3 ZPO](https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__829.html)); ab dann darf er den pfändbaren Teil nicht mehr an Dich auszahlen.

Der Arbeitgeber ist bei der Lohnpfändung Drittschuldner. Auf Verlangen muss er dem Gläubiger binnen zwei Wochen erklären, ob er die Forderung anerkennt und ob schon andere Pfändungen vorliegen (§ 840 ZPO). Bei mehreren Gläubigern gilt die Reihenfolge der Zustellung (§ 804 Abs. 3 ZPO). Die Pfändung erfasst auch künftige Gehälter (§ 832 ZPO) und läuft weiter, wenn Du innerhalb von neun Monaten erneut beim selben Arbeitgeber anfängst (§ 833 Abs. 2 ZPO). Die einbehaltenen Beträge tauchen in der [Lohnabrechnung](https://cleverlaw.de/rechtslexikon/lohnabrechnung/) auf.

## Wie viel bleibt Dir bei einer Lohnpfändung?

Maßgeblich ist das Nettoeinkommen nach § 850e Nr. 1 ZPO. Seit 01.07.2026 sind laut [Pfändungsfreigrenzenbekanntmachung 2026](https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2026/80/VO.html) monatlich 1.587,40 Euro unpfändbar. Für die erste unterhaltsberechtigte Person kommen 597,42 Euro hinzu, für die zweite bis fünfte je 332,83 Euro. Vom Betrag darüber bleiben drei Zehntel frei, mit Unterhaltspflichten mehr (§ 850c Abs. 3 ZPO). Was 4.866,30 Euro übersteigt, ist voll pfändbar.

Ein Beispiel aus der amtlichen Tabelle: Bei 2.000 Euro netto ohne Unterhaltspflicht sind 288,82 Euro pfändbar; mit einer unterhaltsberechtigten Person ist bei diesem Einkommen nichts pfändbar. Die Beträge bei der Lohnpfändung werden jedes Jahr zum 1. Juli angepasst (§ 850c Abs. 4 ZPO).

## Welche Lohnbestandteile sind geschützt?

[§ 850a ZPO](https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__850a.html) nimmt einzelne Bezüge ganz oder teilweise aus. Dazu gehören die Hälfte der Vergütung für Mehrarbeit, übliches Urlaubsgeld (§ 850a Nr. 2 ZPO) und Weihnachtsgeld bis zur Hälfte des auf volle zehn Euro aufgerundeten Freibetrags, also seit 01.07.2026 bis 795 Euro (§ 850a Nr. 4 ZPO). Zulagen für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit sind als Erschwerniszulagen im üblichen Rahmen unpfändbar, Schicht- und Samstagszuschläge dagegen nicht (BAG, Urteil vom 23.08.2017, [10 AZR 859/16](https://www.bundesarbeitsgericht.de/entscheidung/10-azr-859-16/)). Was zu [Überstunden](https://cleverlaw.de/rechtslexikon/ueberstunden/) gilt, hängt also auch von der Bezeichnung in der Abrechnung ab.

Ausnahmen gibt es bei der Lohnpfändung in beide Richtungen. Bei Unterhaltsschulden darf weit tiefer gepfändet werden, dem Schuldner bleibt nur der notwendige Unterhalt (§ 850d ZPO); dasselbe kann bei Forderungen aus vorsätzlicher unerlaubter Handlung gelten (§ 850f Abs. 2 ZPO). Umgekehrt kann das Gericht auf Antrag mehr belassen, wenn sonst Dein Existenzminimum nicht gedeckt ist (§ 850f Abs. 1 ZPO).

## Was bedeutet die Lohnpfändung für das Arbeitsverhältnis?

Eine Lohnpfändung ist im KSchG nicht als Kündigungsgrund genannt; im Geltungsbereich des [Kündigungsschutzgesetzes (KSchG)](https://cleverlaw.de/rechtslexikon/kuendigungsschutzgesetz-kschg/) braucht der Arbeitgeber für eine Kündigung einen Grund nach § 1 Abs. 2 KSchG. Ob ein Fehlverhalten im Umgang mit den Pfändungen eine [verhaltensbedingte Kündigung](https://cleverlaw.de/rechtslexikon/verhaltensbedingte-kuendigung/) tragen kann, hängt vom Einzelfall ab.

Auf dem Konto schützt ein Pfändungsschutzkonto denselben monatlichen Grundbetrag, aufgerundet auf volle zehn Euro (§§ 850k, 899 ZPO). Ein Titel aus einem Urteil verjährt erst nach 30 Jahren (§ 197 Abs. 1 Nr. 3 BGB); die Pfändung endet deshalb meist erst, wenn die Forderung samt Zinsen und Kosten bezahlt ist oder sich die Beteiligten anders einigen.

## Aus der Praxis

Ein Lagerarbeiter in Hamburg-Harburg verdient 2.540 Euro netto und ist einem Kind zum Unterhalt verpflichtet. Ein Inkassobüro lässt wegen einer alten Handyrechnung über 3.100 Euro samt Kosten pfänden, der Beschluss geht der Personalabteilung zu. Nach der Tabelle ab 01.07.2026 werden monatlich 177,59 Euro einbehalten, sein Nachtzuschlag bleibt außen vor. Er prüft, ob die Forderung berechtigt ist und ob eine Ratenvereinbarung mit dem Gläubiger die Pfändung ablösen kann. Ob ein Antrag nach § 850f ZPO Erfolg hätte, hängt von seinen tatsächlichen Ausgaben ab.

## Das Wichtigste in Kürze

- Seit 01.07.2026 sind monatlich 1.587,40 Euro netto unpfändbar, plus 597,42 Euro für die erste und je 332,83 Euro für weitere Unterhaltsberechtigte (Pfändungsfreigrenzenbekanntmachung 2026).
- Die Pfändung wird mit Zustellung des Beschlusses an den Arbeitgeber wirksam (§ 829 Abs. 3 ZPO), der Arbeitgeber muss binnen 2 Wochen Auskunft geben (§ 840 ZPO).
- Mehrarbeitsvergütung ist zur Hälfte, Weihnachtsgeld bis 795 Euro unpfändbar (§ 850a Nr. 1 und 4 ZPO).
- Nacht-, Sonntags- und Feiertagszuschläge sind im üblichen Rahmen unpfändbar, Schicht- und Samstagszuschläge nicht (BAG 10 AZR 859/16).
- Wegen Unterhalt darf unter die Tabellenwerte gepfändet werden (§ 850d ZPO).

## Häufige Fragen

### Wie viel darf bei einer Lohnpfändung gepfändet werden?

Das ergibt sich aus der Tabelle zu § 850c ZPO, die seit 01.07.2026 gilt. Ohne Unterhaltspflichten sind 1.587,40 Euro netto im Monat geschützt, vom Mehrbetrag bleiben drei Zehntel bei Dir. Bei 2.000 Euro netto sind das 288,82 Euro, die der Arbeitgeber abführt. Mit Unterhaltspflichten steigt der Freibetrag deutlich. Einkommensteile über 4.866,30 Euro im Monat sind vollständig pfändbar. Für Unterhaltsgläubiger gelten strengere Regeln nach § 850d ZPO.

### Wie viel bleibt bei einer Lohnpfändung mit Kind?

Für die erste Person, der Du gesetzlich Unterhalt leistest, erhöht sich der Freibetrag um 597,42 Euro auf 2.184,82 Euro im Monat (Stand 01.07.2026). Zusätzlich bleiben vom Mehrbetrag nicht drei, sondern fünf Zehntel frei (§ 850c Abs. 3 ZPO). Bei 2.500 Euro netto sind laut Tabelle dann 157,59 Euro pfändbar. Hat die unterhaltsberechtigte Person eigene Einkünfte, kann das Gericht sie auf Antrag des Gläubigers ganz oder teilweise unberücksichtigt lassen (§ 850c Abs. 6 ZPO).

### Muss mich der Arbeitgeber über die Lohnpfändung informieren?

Den Beschluss stellt der Gerichtsvollzieher Dir selbst zu, und zwar sofort nach der Zustellung an den Arbeitgeber (§ 829 Abs. 2 Satz 2 ZPO). Du erfährst also nicht erst durch den Arbeitgeber davon. Vorher wirst Du vom Gericht nicht angehört (§ 834 ZPO), damit Du das Gehalt nicht beiseiteschaffen kannst. In der Gehaltsabrechnung sollte der einbehaltene Betrag nachvollziehbar ausgewiesen sein.

### Wie lange dauert eine Lohnpfändung?

Bis die im Beschluss genannte Forderung samt Zinsen und Vollstreckungskosten getilgt ist, sofern der Gläubiger sie nicht vorher freigibt. Die Pfändung erstreckt sich auf alle künftigen Gehälter (§ 832 ZPO). Endet das Arbeitsverhältnis, endet sie beim alten Arbeitgeber, es sei denn, Du fängst dort innerhalb von neun Monaten wieder an (§ 833 Abs. 2 ZPO). Beim neuen Arbeitgeber braucht der Gläubiger einen neuen Beschluss.

### Kann eine Lohnpfändung verjähren?

Die Lohnpfändung selbst verjährt nicht, sie besteht, solange die Forderung offen ist. Verjähren kann aber die zugrunde liegende Forderung. Ist sie rechtskräftig festgestellt, etwa durch ein Urteil oder einen Vollstreckungsbescheid, beträgt die Frist 30 Jahre (§ 197 Abs. 1 Nr. 3 BGB). Für künftig fällig werdende wiederkehrende Leistungen, etwa laufende Zinsen, gilt nach § 197 Abs. 2 BGB die regelmäßige Frist von drei Jahren.

### Wird das Weihnachtsgeld bei einer Lohnpfändung gepfändet?

Nur teilweise. Unpfändbar ist Weihnachtsgeld bis zur Hälfte des monatlichen Freibetrags, aufgerundet auf den nächsten vollen 10-Euro-Betrag (§ 850a Nr. 4 ZPO). Seit 01.07.2026 sind das 795 Euro. Was darüber liegt, wird mit dem übrigen Einkommen des Monats nach der Tabelle behandelt. Bei Pfändungen wegen Unterhalt bleibt Dir von diesem Betrag nur mindestens die Hälfte (§ 850d Abs. 1 Satz 2 ZPO).

### Wer bekommt bei mehreren Lohnpfändungen zuerst das Geld?

Es gilt das Prioritätsprinzip: Die zuerst zugestellte Lohnpfändung geht vor (§ 804 Abs. 3 ZPO). Der Arbeitgeber zahlt den pfändbaren Betrag so lange an den ersten Gläubiger, bis dessen Forderung erledigt ist, erst dann kommt der nächste zum Zug. Unterhaltsgläubiger können darüber hinaus auf den erweiterten Bereich nach § 850d ZPO zugreifen.

### Kann ich den Pfändungsfreibetrag erhöhen lassen?

Ja, auf Antrag beim Vollstreckungsgericht nach § 850f Abs. 1 ZPO. Das Gericht kann Dir einen Teil des pfändbaren Betrags belassen, wenn sonst der notwendige Lebensunterhalt für Dich und Unterhaltsberechtigte nicht gedeckt ist, bei besonderen persönlichen oder beruflichen Bedürfnissen oder bei besonders vielen Unterhaltspflichten. Überwiegende Belange des Gläubigers dürfen nicht entgegenstehen. Belege wie Mietvertrag, Bescheide oder Kostennachweise sind dafür wichtig.

### Darf mir wegen einer Lohnpfändung gekündigt werden?

Die Pfändung allein ist kein im Gesetz genannter Kündigungsgrund. Gilt das Kündigungsschutzgesetz, braucht der Arbeitgeber einen Grund in Deinem Verhalten, Deiner Person oder im Betrieb (§ 1 Abs. 2 KSchG). Ob der Aufwand vieler Pfändungen oder ein Fehlverhalten im Zusammenhang damit ausreicht, ist eine Frage des Einzelfalls. Gegen eine Kündigung wegen Lohnpfändung musst Du innerhalb von drei Wochen Klage erheben (§ 4 KSchG).

### Was ist der Unterschied zwischen Lohnpfändung und Kontopfändung?

Bei der Lohnpfändung ist der Arbeitgeber Drittschuldner, er behält den pfändbaren Teil schon vor der Auszahlung ein. Bei der Kontopfändung greift der Gläubiger auf das Guthaben bei der Bank zu. Schutz bietet dort das Pfändungsschutzkonto: Über den monatlichen Freibetrag, aufgerundet auf volle zehn Euro, kannst Du weiter verfügen (§ 899 Abs. 1 ZPO). Ein bestehendes Konto kannst Du jederzeit in ein P-Konto umwandeln lassen (§ 850k ZPO).

## Quellen

1. [§ 850c ZPO Pfändungsgrenzen für Arbeitseinkommen](https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__850c.html), Bundesministerium der Justiz, abgerufen am 27.10.2026
2. [§ 850a ZPO Unpfändbare Bezüge](https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__850a.html), Bundesministerium der Justiz, abgerufen am 27.10.2026
3. [§ 829 ZPO Pfändung einer Geldforderung](https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__829.html), Bundesministerium der Justiz, abgerufen am 27.10.2026
4. [Bekanntmachung zu den Pfändungsfreigrenzen 2026 (BGBl. 2026 I Nr. 80)](https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2026/80/VO.html), Bundesministerium der Justiz, abgerufen am 27.10.2026
5. [BAG, Urteil vom 23.08.2017, 10 AZR 859/16 (Pfändbarkeit von Zulagen)](https://www.bundesarbeitsgericht.de/entscheidung/10-azr-859-16/), Bundesarbeitsgericht, abgerufen am 27.10.2026
6. [§ 850f ZPO Änderung des unpfändbaren Betrages](https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__850f.html), Bundesministerium der Justiz, abgerufen am 27.10.2026

## Verwandte Begriffe

- [Lohnabrechnung](https://cleverlaw.de/rechtslexikon/lohnabrechnung/)
- [Vollstreckungsbescheid](https://cleverlaw.de/rechtslexikon/vollstreckungsbescheid/)
- [Überstunden](https://cleverlaw.de/rechtslexikon/ueberstunden/)
- [Lohn nicht gezahlt](https://cleverlaw.de/rechtslexikon/lohn-nicht-gezahlt/)
- [Verhaltensbedingte Kündigung](https://cleverlaw.de/rechtslexikon/verhaltensbedingte-kuendigung/)

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