# Arbeitsvertrag ohne Unterschrift

> **Kurz erklärt:** Ein Arbeitsvertrag ohne Unterschrift ist in der Regel trotzdem wirksam, weil das Gesetz für den Arbeitsvertrag keine Form vorschreibt. Er entsteht auch mündlich oder durch Arbeitsaufnahme. Ausnahmen: Eine Befristung braucht nach § 14 Abs. 4 TzBfG die Schriftform, sonst gilt der Vertrag als unbefristet, und der Arbeitgeber muss die Bedingungen nach § 2 NachwG nachweisen.

- Thema: [Arbeitsrecht](https://cleverlaw.de/rechtslexikon/thema/arbeitsrecht/)
- Verfasst von: [Redaktion Kanzlei CleverLaw](https://cleverlaw.de/rechtslexikon/redaktion/)
- Stand: 28.10.2026
- Quelle: https://cleverlaw.de/rechtslexikon/arbeitsvertrag-ohne-unterschrift/

## Ist ein Arbeitsvertrag ohne Unterschrift gültig?

Ja, in der Regel schon. Ein [Arbeitsvertrag](https://cleverlaw.de/rechtslexikon/arbeitsvertrag/) nach [§ 611a BGB](https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__611a.html) kommt durch Angebot und Annahme zustande, auch mündlich oder stillschweigend. Fängst Du an zu arbeiten und der Arbeitgeber nimmt Deine Arbeit entgegen, liegt meist auch bei einem Arbeitsvertrag ohne Unterschrift ein Vertragsschluss vor. So sah es auch das BAG im Urteil vom 14.12.2016 (7 AZR 142/15): Der Vertrag kam am ersten Arbeitstag durch Entgegennahme der Arbeitsleistung zustande.

Was gilt, ergibt sich aus dem Vereinbarten. Fehlt eine Absprache zur Höhe des Lohns, gilt nach § 612 Abs. 2 BGB die übliche Vergütung, mindestens der [Mindestlohn](https://cleverlaw.de/rechtslexikon/mindestlohn/) von 13,90 Euro (Stand 2026). Schwierig wird es beim Beweis: Ohne schriftliche Unterlagen musst Du Absprachen anders belegen, etwa durch E-Mails oder Zeugen.

## Was muss der Arbeitgeber trotzdem schriftlich festhalten?

Das [Nachweisgesetz](https://cleverlaw.de/rechtslexikon/nachweisgesetz/) verpflichtet ihn, die wesentlichen Bedingungen niederzulegen, zu unterzeichnen und Dir auszuhändigen ([§ 2 NachwG](https://www.gesetze-im-internet.de/nachwg/__2.html)). Name und Anschrift der Parteien, Entgelt und Arbeitszeit müssen spätestens am ersten Arbeitstag vorliegen, weitere Angaben spätestens am siebten Kalendertag, der Rest nach einem Monat. Seit 2025 reicht Textform mit Empfangsnachweis, außer in den Branchen nach § 2a SchwarzArbG.

Verstöße kosten bis zu 2.000 Euro Bußgeld (§ 4 NachwG). Der Vertrag bleibt trotzdem wirksam. Ein Schadensersatzanspruch ist möglich, scheiterte im Fall [BAG, Urteil vom 21.02.2012, 9 AZR 486/10](https://www.bundesarbeitsgericht.de/entscheidung/9-azr-486-10/) aber an der Kausalität; [Ausschlussfristen](https://cleverlaw.de/rechtslexikon/ausschlussfristen/) liefen dort weiter.

## Was gilt beim befristeten Arbeitsvertrag ohne Unterschrift?

Hier ist die Unterschrift entscheidend. Die Befristung braucht nach § 14 Abs. 4 TzBfG die Schriftform, also die Unterschrift beider Seiten auf derselben Urkunde vor Arbeitsbeginn. Fehlt sie, gilt ein Arbeitsvertrag ohne Unterschrift nach § 16 TzBfG als unbefristet. Im BAG-Fall 7 AZR 142/15 erhielt der Mitarbeiter den unterschriebenen Vertrag erst zwei Wochen nach Arbeitsbeginn; die Befristung war unwirksam, er gewann.

Ausnahme: Macht der Arbeitgeber den Vertragsschluss erkennbar von Deiner Unterschrift abhängig, entsteht vorher kein Vertrag. Die Unwirksamkeit musst Du nach § 17 TzBfG binnen drei Wochen nach dem vereinbarten Ende mit einer [Entfristungsklage](https://cleverlaw.de/rechtslexikon/entfristungsklage/) geltend machen, siehe auch [Ende eines befristeten Arbeitsvertrags](https://cleverlaw.de/rechtslexikon/ende-eines-befristeten-arbeitsvertrags/).

## Welche Vereinbarungen brauchen trotzdem Schriftform?

Kündigung und Aufhebungsvertrag sind nach § 623 BGB nur schriftlich wirksam, die elektronische Form ist ausgeschlossen; dazu [Schriftform der Kündigung](https://cleverlaw.de/rechtslexikon/schriftform-der-kuendigung/). Ein [nachvertragliches Wettbewerbsverbot](https://cleverlaw.de/rechtslexikon/nachvertragliches-wettbewerbsverbot/) braucht nach § 74 Abs. 1 HGB Schriftform und eine unterzeichnete Urkunde.

Eine [Probezeit im Arbeitsverhältnis](https://cleverlaw.de/rechtslexikon/probezeit-im-arbeitsverhaeltnis/) mit zwei Wochen Kündigungsfrist nach § 622 Abs. 3 BGB gilt nur, wenn sie vereinbart wurde.

## Aus der Praxis

Ein Koch beginnt nach einem Probearbeitstag in einem Restaurant in Hamburg-St. Pauli, der Vertrag soll „später kommen“. Mündlich vereinbart sind 40 Stunden pro Woche und 3.000 Euro brutto. Nach zwei Monaten legt der Inhaber einen schriftlichen Vertrag vor, der auf ein Jahr befristet ist und eine Probezeit enthält. Der Koch zögert zu unterschreiben. Weil die Befristung erst nach Arbeitsbeginn schriftlich festgehalten würde, spricht nach BAG 7 AZR 142/15 viel für ein unbefristetes Arbeitsverhältnis. Ob der Inhaber die Probezeit nachträglich einführen kann, hängt von der weiteren Einigung ab.

## Das Wichtigste in Kürze

- Ein Arbeitsvertrag ist formfrei wirksam, auch mündlich oder durch Arbeitsaufnahme (§ 611a BGB, BAG 7 AZR 142/15).
- Eine Befristung ohne Schriftform vor Arbeitsbeginn ist unwirksam, der Vertrag gilt als unbefristet (§§ 14 Abs. 4, 16 TzBfG).
- Die Unwirksamkeit einer Befristung musst Du binnen drei Wochen nach dem vereinbarten Ende einklagen (§ 17 TzBfG).
- Entgelt, Arbeitszeit und Vertragsparteien muss der Arbeitgeber spätestens am ersten Arbeitstag nachweisen (§ 2 NachwG).
- Kündigung und Aufhebungsvertrag brauchen immer die Schriftform nach § 623 BGB.

## Häufige Fragen

### Was passiert bei einem Arbeitsvertrag ohne Unterschrift?

Meist nichts an der Wirksamkeit. Habt Ihr Euch mündlich geeinigt oder hast Du die Arbeit aufgenommen und der Arbeitgeber hat sie angenommen, besteht ein Arbeitsverhältnis. Problematisch wird es bei Befristungen, die ohne Schriftform nach § 16 TzBfG als unbefristet gelten, und bei Klauseln, die eine Schriftform verlangen, etwa ein nachvertragliches Wettbewerbsverbot. Unterschriebene Unterlagen erleichtern vor allem den Beweis.

### Kann ich mit einem Arbeitsvertrag ohne Unterschrift schon arbeiten?

Ja, und Du bist dann in der Regel trotzdem regulär angestellt, mit Lohnanspruch und Sozialversicherung. Achte darauf, dass Lohn, Arbeitszeit und Beginn klar abgesprochen sind, am besten per E-Mail. Ist eine Befristung geplant, sollte sie vor dem ersten Arbeitstag schriftlich vereinbart sein; sonst kann der Vertrag als unbefristet gelten. Der Arbeitgeber muss Dir die Bedingungen nach dem Nachweisgesetz ohnehin aushändigen.

### Muss ein mündlicher Arbeitsvertrag schriftlich gekündigt werden?

Ja. Nach § 623 BGB bedarf jede Kündigung eines Arbeitsverhältnisses der Schriftform, also einer eigenhändig unterschriebenen Erklärung auf Papier. Das gilt unabhängig davon, ob der Arbeitsvertrag selbst schriftlich oder mündlich geschlossen wurde. Eine Kündigung per E-Mail, SMS oder WhatsApp ist unwirksam. Dasselbe gilt für einen Aufhebungsvertrag, den beide Seiten unterschreiben müssen.

### Welche Kündigungsfrist gilt bei einem mündlichen Arbeitsvertrag?

Die gesetzliche nach § 622 BGB, wenn nichts anderes vereinbart oder tariflich geregelt ist. In den ersten Jahren sind das vier Wochen zum 15. oder zum Ende eines Kalendermonats; für den Arbeitgeber verlängert sich die Frist mit der Dauer der Beschäftigung. Eine Probezeit mit zwei Wochen Frist gilt nur, wenn sie ausdrücklich vereinbart wurde, und höchstens für sechs Monate.

### Ist ein befristeter Arbeitsvertrag ohne Unterschrift gültig?

Der Vertrag ja, die Befristung nicht. Nach § 14 Abs. 4 TzBfG braucht die Befristungsabrede die Schriftform. Fehlt die Unterschrift einer Seite vor Arbeitsbeginn, gilt der Vertrag nach § 16 TzBfG als auf unbestimmte Zeit geschlossen. Eine spätere Unterschrift heilt das nach der Rechtsprechung des BAG nicht. Wehren musst Du Dich innerhalb von drei Wochen nach dem vereinbarten Ende.

### Kann ich vom Arbeitsvertrag zurücktreten, bevor ich unterschrieben habe?

Das hängt davon ab, ob schon ein Vertrag besteht. Habt Ihr Euch mündlich verbindlich geeinigt, ist der Vertrag bereits geschlossen, und Du kannst nur noch kündigen, schriftlich nach § 623 BGB. Hat der Arbeitgeber den Abschluss erkennbar von der Unterschrift abhängig gemacht, besteht vorher noch kein Vertrag. Ein Widerrufsrecht wie beim Online-Kauf gibt es für Arbeitsverträge nicht.

### Was muss in einem mündlichen Arbeitsvertrag geregelt sein?

Für die Wirksamkeit genügt eine Einigung über die Tätigkeit und den Beginn; die Vergütung gilt nach § 612 BGB als stillschweigend vereinbart. Der Arbeitgeber muss Dir aber nach § 2 NachwG die wesentlichen Bedingungen schriftlich oder in Textform nachweisen, etwa Tätigkeit, Entgelt, Arbeitszeit, Urlaub, Kündigungsfristen und anwendbare Tarifverträge. So entsteht nachträglich ein Dokument, das Dir beim Beweis hilft.

### Wer muss beweisen, was mündlich vereinbart wurde?

Wer sich bei einem Arbeitsvertrag ohne Unterschrift auf eine Vereinbarung beruft, muss sie beweisen. Verlangst Du etwa einen höheren Lohn als den üblichen, musst Du die Absprache belegen. Hilfreich sind E-Mails, Chatverläufe, Lohnabrechnungen und Zeugen. Hat der Arbeitgeber den Nachweis nach dem Nachweisgesetz nicht erteilt, kann das im Prozess zu Beweiserleichterungen führen; wie weit, hängt vom Einzelfall ab.

### Was tun, wenn der Arbeitgeber den Vertrag nicht unterschreibt?

Fordere ihn schriftlich auf, Dir die wesentlichen Arbeitsbedingungen nach § 2 NachwG auszuhändigen. Diesen Anspruch kannst Du auch gerichtlich durchsetzen. Halte bis dahin Lohn, Arbeitszeit und Beginn in E-Mails fest und bewahre Lohnabrechnungen auf. Fehlt bei einem befristet gedachten Vertrag die Unterschrift des Arbeitgebers vor Arbeitsbeginn, kann das zu einem unbefristeten Arbeitsverhältnis führen.

### Gilt eine Probezeit beim Arbeitsvertrag ohne Unterschrift?

Nur wenn sie vereinbart wurde. Eine Probezeit entsteht nicht automatisch; ohne Absprache gilt von Anfang an die normale Kündigungsfrist des § 622 Abs. 1 BGB. Eine mündlich vereinbarte Probezeit ist wirksam, muss im Streit aber bewiesen werden. Unabhängig davon greift das Kündigungsschutzgesetz erst nach sechs Monaten Wartezeit und in der Regel nur in Betrieben mit mehr als zehn Arbeitnehmern.

## Quellen

1. [§ 611a BGB Arbeitsvertrag](https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__611a.html), Bundesministerium der Justiz, abgerufen am 28.10.2026
2. [§ 14 TzBfG Zulässigkeit der Befristung (Abs. 4 Schriftform)](https://www.gesetze-im-internet.de/tzbfg/__14.html), Bundesministerium der Justiz, abgerufen am 28.10.2026
3. [§ 16 TzBfG Folgen unwirksamer Befristung](https://www.gesetze-im-internet.de/tzbfg/__16.html), Bundesministerium der Justiz, abgerufen am 28.10.2026
4. [BAG, Urteil vom 14.12.2016, 7 AZR 142/15 (Befristung, Unterschrift des Arbeitgebers erst nach Arbeitsaufnahme)](https://www.bundesarbeitsgericht.de/entscheidung/7-azr-142-15/), Bundesarbeitsgericht, abgerufen am 28.10.2026
5. [§ 2 NachwG Nachweispflicht](https://www.gesetze-im-internet.de/nachwg/__2.html), Bundesministerium der Justiz, abgerufen am 28.10.2026
6. [§ 623 BGB Schriftform der Kündigung](https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__623.html), Bundesministerium der Justiz, abgerufen am 28.10.2026

## Verwandte Begriffe

- [Arbeitsvertrag](https://cleverlaw.de/rechtslexikon/arbeitsvertrag/)
- [Nachweisgesetz](https://cleverlaw.de/rechtslexikon/nachweisgesetz/)
- [Befristeter Arbeitsvertrag](https://cleverlaw.de/rechtslexikon/befristeter-arbeitsvertrag/)
- [Schriftform der Kündigung](https://cleverlaw.de/rechtslexikon/schriftform-der-kuendigung/)
- [Entfristungsklage](https://cleverlaw.de/rechtslexikon/entfristungsklage/)
- [Probezeit im Arbeitsverhältnis](https://cleverlaw.de/rechtslexikon/probezeit-im-arbeitsverhaeltnis/)

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